Tatort aus München mit den Kommissaren Batic und Leitmayr im Schnellcheck - DER SPIEGEL
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ARD-Sonntagskrimi: Der neue "Tatort" im Schnellcheck

Foto: BR/ Regina Recht

ARD-Sonntagskrimi Der Münchner Jubiläums-"Tatort" im Schnellcheck

Alles sauber in München? Eher nicht. Zum 25. Dienstjubiläum lernen die "Tatort"-Kommissare Batic und Leitmayr, wie es osteuropäischen Prostituierten in ihrer Heimatstadt ergehen kann.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Szenario:

Der Mord an einer rumänischen Prostituierten konfrontiert Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) mit der neuen Realität im Münchner Rotlichtmilieu: Während die alten Bosse ihre Laufhäuser inzwischen als Immobilienmanager verwalten, lenken Zuhälter von Bukarest aus die jungen Frauen per Computer durch Europa. Eine zweite Prostituierte konnte sich dem Zugriff der Zuhälter entziehen - die müssen Batic und Leitmayr nun finden, um den Fall aufzuklären.

Die brutalste Szene:

Die Massenvergewaltigung einer jungen Prostituierten durch eine Horde besoffener Studenten.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Alles sauber in München? Wie Batic und Leitmayr bei ihren Ermittlungen erfahren, geht dort alles seinen behördlichen Gang: Junge Prostituierte aus den EU-Staaten Osteuropas werden registriert und beraten - und dann als "freie Unternehmerinnen" in den Raubtierrotlichtkapitalismus geschickt.

Der grausamste Satz:

"Dann geht es auf Europa-Tournee. Zehn Jahre lang, jeden Tag ficken". Kommissar Batic über das Leben der jungen Rumäninnen, nachdem sie in München ins Geschäft eingeführt worden sind.

Der grausamste Song:

"Murder Me Rachael". Das Stück der New Yorker Aggro-Melancholiker The National, zu finden auf dem Album "Sad Songs for Dirty Lovers" von 2003, erklingt hier prominent am Anfang und am Ende. So sehr uns die unkonventionelle Soundtrackauswahl gefällt - sie führt zu einer zweifelhaften Emotionalisierung. Dass die rumänische Prostituierte zum National-Song auf den Rachefeldzug gegen ihre Peiniger geht, ist eher ein Traum mittelalter, indierockgeschulter deutscher Filmemacher.

Der Plausibilitätsfaktor:

Nicht allzu hoch. Zwar werden klug die Widersprüche im politischen Umgang mit der Prostitution aufgezeigt - die traurige Geschichte der Rumänin auf der Flucht aber ist wirr inszeniert.

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Trotz Patzer im Plot: Nemec und Wachtveitl als Batic und Leitmayr kämpfen sich zum 25. Dienstjubiläum aufrecht auch durch diesen Fall.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann lesen Sie bitte hier weiter!

"Tatort: Mia san jetzt da, wo's weh tut", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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