"Tatort" mit Jörg Hartmann: Koks auf dem Kinderspielplatz
ARD-Sonntagskrimi Der neue "Tatort" aus Dortmund im Schnellcheck
Das Szenario:
Drogenkrieg und Flüchtlingskriminalität in der Dortmunder Nordstadt. Ein Mädchen buddelt in einer Sandkiste Kokskapseln aus, steckt sie sich in den Mund und stirbt. Eine Bürgerwehr macht Jagd auf die schwarzen Dealer, die örtlichen türkischen Gangsterbosse mischen sich ebenfalls ein. Mittendrin: Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt) und ihr Team.
Der blutigste Moment:
Der Anblick der aufgeschnittenen Kinderleiche auf dem Obduktionstisch - bläuliche Haut, kleiner Körper, riesige Naht - lässt einen nicht mehr los.
Der gesellschaftspolitische Auftrag:
Zu erklären, weshalb schwarzafrikanische Flüchtlinge oft mit Drogen dealen - und weshalb man ihnen trotzdem Asyl gewähren sollte.
Ein irrer Dialog:
Faber gräbt wie besessen mit den Händen in der Sandkiste nach Drogen. Fragt ein Polizist den anderen: "Was tut er da?" Antwort: "Er fabert mal wieder." Ein schönes Verb für den eigenwilligen Ermittlungsstil des Peter Faber.
Ein noch irrerer Dialog:
Bönisch nimmt die Mutter des toten Kindes ins Verhör: "Was machen Sie denn überhaupt hier mit Ihrer Tochter?" Antwort: "Das ist ein Spielplatz!" Wenn Drogen die Topografie einer Stadt pervertieren.
Der Plausibilitätsfaktor:
Relativ hoch. Das Szenario ist zuweilen etwas konstruiert, aber die irren und irre glaubhaften Ermittler tragen über Schwachstellen.
Die Bewertung:
6 von 10 Punkten
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"Tatort: Kollaps", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD