ARD-Sonntagskrimi: Der neue Köln-"Tatort" im Schnellcheck
ARD-Sonntagskrimi Der neue Köln-"Tatort" im Schnellcheck
Das Szenario
Wenn das Morden im Herzen Afrikas im Herzen Deutschlands weitergeht. Bei einer Razzia in einem Flüchtlingsheim kommt eine Frau aus dem Ostkongo ums Leben; ein paar Tage später wird der Notarzt ermordet, der bei dem Einsatz anwesend war, auch er stammte aus dem Ostkongo. Lektion in Sachen Geopolitik für Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Kollege Freddy Schenk (Dietmar Bär), die sich mit den Kriegen und Verbrechen in Zentralafrika auseinandersetzen müssen.
Der brutalste Satz
"Narben, Auspeitschungen, Verbrennungen, man hat ihr ein Baby aus dem Bauch geschnitten, Verstümmelungen und Verätzungen." Lakonisch bilanziert der Gerichtsmediziner, was der obduzierten Flüchtlingsfrau alles angetan wurde. Eine Liste, die alle im Kongo verübten Gräuel beinhaltet.
Die brutalste Szene
Ein Verhör führt die beiden Ermittler zu einem Ausbildungszentrum, in dem Polizisten inmitten von U-Bahn- und Flugzeugattrappen lernen, wie man Asylbewerber aus dem Land bringt. Abschiebung auf die humane Tour? Eher nicht.
Der gesellschaftspolitische Auftrag
Zu zeigen, dass der Krieg im fern erscheinenden Afrika so fern nicht ist: Der Krieg im Ostkongo tobt, so heißt es einmal in diesem "Tatort", unter anderem um Erze, die auch zur Herstellung deutscher Handys gebraucht werden.
Der Plausiblitätsfaktor
Hoch. Eine Episode, die an die journalistisch starken Kölner Afrika-"Tatorte" der Nullerjahre über Landminen und Blutdiamanten anschließt. Und die zugleich voller Ambivalenzen ist: Nicht alle Flüchtlinge sind hier Opfer, nicht für jedes Problem wird eine schnelle Lösung geliefert.
Die Bewertung
8 von 10 Punkten. Ein grausamer "Tatort", den man aushalten muss.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
Dann lesen Sie bitte hier weiter!
"Tatort: Narben", Sonntag 20.15 Uhr, ARD
Fotostrecke: Alle "Tatort"-Teams im Überblick