"Tatort" aus München: O'zapft is!
ARD-Sonntagskrimi Der neue "Tatort" aus München im Schnellcheck
Das Szenario:
München im Rausch. Das Oktoberfest hat begonnen, doch zu den üblichen Bierleichen gesellen sich bald ein paar echte: Im Amperbräuzelt wird Gästen Liquid Ecstasy in die Maß gegossen, einige Männer sterben an der Überdosierung.
Der brutalste Moment:
Da gibt es mehrere: Eine Kellnerin mit Maßkrügen im Arm wird von besoffenen Stenzen begrapscht und gedemütigt. Ein schwuler Bierzeltmitarbeiter wird nach der Arbeit vergewaltigt. Dieses "Tatort"-Oktoberfest ist keine Gaudi.
Der gesellschaftspolitische Auftrag:
Einen knallharten gesellschaftspolitischen Auftrag hat dieser kunstvoll entfesselte Krimi nicht wirklich. Er spürt vielmehr staunend und schaudernd der Wirkungsmacht der Wiesn und der Maß hinterher, die stärker ist, als es Promillezahlen ausdrücken können.
Eine Szene zum Lachen:
Kommissar Batic (Miroslav Nemec) sagt, dass er leider den zurzeit wohnungslosen Kollegen Leitmayr (Udo Wachtveitl) nicht bei sich aufnehmen kann, da er zum Oktoberfest schon drei kroatische Mädels bei sich untergebracht hat. Das Trio entpuppt sich als drei Tantchen jenseits der 70 - die allerdings Schnaps- und Biergläser wie 20-Jährige stemmen.
Eine Szene zum Heulen:
Eines der Tantchen, die sich für die Wiesn warmgetrunken hat, landet im Krankenhaus. Befund: 1,9 Promille.
Der Plausibilitätsfaktor:
Sehr hoch. Es wurde auf der Wiesn gedreht, es gibt furiose Wimmelbilder der Enthemmung und Entfesselung. Diesen "Tatort" darf man also ruhig "authentisch" nennen.
Die Bewertung:
8 von 10 Punkten
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?