Leipzig-"Tatort": Blut muss fließen
ARD-Sonntagskrimi Der neue Leipzig-"Tatort" im Schnellcheck
Was ist das Thema?
Die Familie eines Abfallunternehmers wird sukzessive abgeschlachtet. Keppler (Martin Wuttke) und Saalfeld (Simone Thomalla) werden mit einer Welt konfrontiert, in der Hass und Zerstörung regieren.
Wie blutig ist die neue Folge?
Hallo! Die Folge trägt den Titel "Blutschuld" - und diese Schuld wird bis auf den letzten Blutstropfen getilgt. Blut an den Wänden, Blut an der Heizung, Blut im zertrümmerten Gesicht.
Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?
Nicht wirklich. Als Drama um Schuld und Vermöbelung funktioniert dieser "Tatort" aber recht gut, jede Blutfontäne ist dramaturgisch gerechtfertigt.
Die beste Szene?
Am Ende wird ein Mann wortwörtlich zu Brei geschlagen - hinter der nackten Gewalt steckt allerdings ein komplexer moralischer Racheplan.
Wer sind die Verantwortlichen?
Drehbuchautor und Regisseur Stefan Kornatz hat einige sehr gute Produktionen für den Hessischen Rundfunk gedreht, etwa das vertrackte Psycho-Stück "Verhältnisse" oder den Frankfurter "Tatort" mit Kunzendorf und Król über den Sexualtrieb der Männer. Hier geht es nun um einen anderen Trieb: den der Zerstörung.
Und: Können wir das alles glauben?
Ja, sehr drastisch ausgeschmückt das Ganze, aber die Blutorgie findet schließlich ein schlüssiges Ende.
Lohnt das Einschalten?
Sagen wir ja nicht oft bei einem "Tatort" aus Leipzig - aber diesen kann man einschalten. Fast sind wir jetzt ein wenig traurig, dass es im April mit Wuttke, Thomalla und dem "Tatort" ganz vorbei ist.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
"Tatort: Blutschuld", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Arno Frank kommentiert für uns den "Tatort" am Sonntag live auf Twitter.