Tatort "Kopfgeld" mit Til Schweiger im Check - DER SPIEGEL
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Schweiger-"Tatort": Good cop, bad cop

Foto: ARD

ARD-Sonntagskrimi Der neue Til-Schweiger-"Tatort" im Schnellcheck

Blutig, blutiger, Schweiger. 19 Tote gibt es diesmal im Hamburger "Tatort" mit dem schießwütigen Kommissar Nick Tschiller. Allerdings wird die Haudrauf-Action klug gebrochen - auch dank des großartigen Co-Ermittlers Yalcim Gümer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was ist das Thema?

Rivalisierende Clans in Hamburg kämpfen um den Drogenmarkt. Tschiller (Til Schweiger) geht in dampfendem Gerechtigkeitswahn gegen sie vor, Kollege Gümer (Fahri Yardim) schlüsselt die komplizierte ethnische Gemengelage umso ruhiger auf.

Wie blutig ist die neue Folge?

Blutig, blutiger, Schweiger. Der Kinostar hat die Macher angehalten, den bodycount in die Höhe zu treiben. Am Ende dieses "Tatort" sind 19 Menschen tot. Pech für Schweiger: Beim nächsten Tukur-"Tatort" wird der Leichenrekord angeblich schon wieder gebrochen - da sollen sage und schreibe 47 Menschen sterben.

Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Nicht wirklich. Im Vergleich zur Analyse, die im Bremer "Tatort" vor zwei Wochen zum Miri-Clan vorgelegt wurde, bleibt der Blick auf die Hamburger Kurden-Mafia relativ schlicht.

Bester Auftritt?

Fahri Yardim als Yalcim Gümer. In der Rolle des türkischen Bomberjacken-Cops, der zu jeder Fehlleistung seines Kollegen einen Spruch parat hat, mausert sich Yardim ("König von Kreuzberg") hier zum heimlichen Star des Hamburger "Tatort".

Bester Satz?

"Der bringt Klicks und geile Zeilen", heißt es einmal im Krimi über den fiktiven Kommissar Tschiller, der durch seine fragwürdigen Ermittlungs-Stunts die Headlines der örtlichen Zeitungen füllt. Ein lustiger Verweis auf den realen Schweiger, der ja auch immer wieder für eine Schlagzeile gut ist. Wir gestehen an dieser Stelle: Wir freuen uns auch immer wieder über die Klickzahlen, die der Verriss eines Til-Schweiger-Werkes für SPIEGEL ONLINE einfährt. Hoffen wir mal, dass eine positive Besprechung eine ähnlich hohe Quote bringt. Denn dieser Schweiger-"Tatort" ist wirklich recht gut.

Und: Können wir das alles glauben?

Nein, nicht wirklich. Die gefährlichen Einzelgänge von Ermittler Tschiller sind reines Popcorn-Fernsehen. Allerdings wird die reale Topografie von Hamburg und seiner HafenCity spektakulär in die Handlung integriert. Gedreht wurde - wie schon beim ersten Schweiger-"Tatort" - auch wieder im SPIEGEL-Verlagsgebäude.

Lohnt das Einschalten?

Ja, ein exzellent fotografierter und einigermaßen reflektierter Gewaltkrimi, bei dem das limitierte Spiel Til Schweigers überhaupt nicht stört.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Kopfgeld", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Arno Frank kommentiert für uns den "Tatort" am Sonntag live auf Twitter.