"Tatort"-Quote Ulmen und Tschirner versenken "Traumschiff"
Weimar-"Tatort": Kalauern und in Schlachtabfällen wühlen
Foto: ARDBerlin/Hamburg - Die Rechnung der ARD ist aufgegangen. Gegen das alte Weihnachtsflaggschiff des ZDF, das "Traumschiff", schickte es am zweiten Feiertag ein neues "Tatort"-Team in Weimar ins Rennen. Christian Ulmen und Nora Tschirmer als sich ständig gegenseitig battelndes (Ermittler-)Pärchen, das den Mord an einer Wurstfabrikantin aufklären muss, waren eine gute Wahl. Der "Tatort" kam unverkrampft, selbstironisch und liebevoll verkalauert daher.
8,03 Millionen Zuschauer schalteten am Sonntagabend die Folge mit dem Titel "Fette Hoppe" ein - Marktanteil 23,9 Prozent. Für einen normalen "Tatort" ist das keine Top-Quote. Die erfolgreichste Ausgabe dieses Jahres lieferten in diesem Jahr Axel Prahl und Jan Josef Liefers in Münster ab. 12,81 Millionen Zuschauer waren beim Fall "Summ, summ, summ" dabei.
Für einen Weihnachts-"Tatort" ist es aber ein großer Erfolg. Im vergangenen Jahr hatte die ARD erstmals einen neuen "Tatort" am zweiten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt - mitten im Hoheitsgewässer des "Traumschiffes", dessen heimelig-exotische Atmosphäre den 26. Dezember jahrelang dominierte. Der harte, wenig weihnachtliche Trinker-Krimi aus Frankfurt am Main schaffte auf Anhieb 7,24 Millionen Zuschauer (21,8 Prozent) und lag damit nur knapp hinter dem ZDF-Kahn, der 7,29 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 22,0 Prozent) hatte.
ZDF steuert auf Jahresquotensieg zu
Doch in diesem Jahr musste sich Kapitän Paulsen erstmals geschlagen geben - und das auf seiner Abschiedsfahrt. 6,69 Millionen Zuschauer sahen zeitgleich zum ARD-"Tatort" im Zweiten das "Traumschiff".
Immerhin durfte der von Siegfried Rauch gespielte Käpt'n noch mal die Gewässer von Malaysia durchkreuzen, bevor am Neujahrstag der neue Kapitän Sascha Hehn die Brücke des altgedienten Vergnügungsdampfers besteigt, um ihn gen Perth zu steuern. Der ehemalige Steward Victor hat offenbar in den mehr als 20 Jahren seiner Abwesenheit vom "Traumschiff" neben seinem Dienst in der "Schwarzwaldklinik" auch sein Kapitänspatent gemacht.
In der Gesamtwertung läuft wenige Tage vor Jahresende alles auf einen Finalsieg des ZDF hinaus: Das Zweite führt mit einer durchschnittlichen Senderquote von 12,8 Prozent weiterhin die Liste an. Es folgt die ARD mit 12,1 Prozent. RTL erreicht 11,4 Prozent. Sat.1 rangiert dahinter mit 8,3 Prozent vor ProSieben mit 5,7 Prozent und Vox mit 5,6 Prozent. RTL II kommt auf 4,2 Prozent, Kabel eins auf 4,0 Prozent, und Super RTL bildet mit 1,9 Prozent das Schlusslicht.