Am Rande Typisch Inder!
Wieder einmal macht es uns der Engländer vor: Stil und Lebensart. Während in Deutschland über Ladenschluss, Peter Strucks Steuermodell nach Vorbild des Stufenhaarschnitts und das Ende der Beziehung zwischen Roger Willemsen und Dennenesch Zoudé getratscht wird, redet Englands Elite Tacheles - jedes Wort wie in Austernkruste auf Tandooribett gemeißelt: »Der sieht aus, als hätte ihn ein Inder zusammengesetzt«, urteilte in unnachahmlicher Lakonie Prinz Philip irgendwo im Schottischen. Gegenstand seiner Äußerung: ein heruntergekommener Sicherungskasten. In China warnte der Prinz britische Studenten vor schädlichen Veränderungen, die sie sich fernab der Heimat zuziehen könnten - dies in einer Weise, die an George Orwell gemahnt: »Wenn Sie länger hier bleiben, bekommen Sie Schlitzaugen.« Man muss schon weit herumkommen, um eine derart konzise Sprache zu finden. Allenfalls bei der Bundeswehr im Kosovo fällt hier und da ein Wort von vergleichbarer Stringenz und Eleganz. »Sie haben 30 Minuten, den Posten zu räumen!«, schnarrte General Helmut Harff einen serbischen Grenzposten an. »30 Minuten. Inzwischen 28. Ende der Diskussion.« Prinz Philip hätte hier natürlich ganz anders zugelangt: »Das Wachhäuschen sieht aus, als hätte es ein Albaner zusammengenagelt.«
Engländer müsste man sein.