Vera Tschechowa: Schauspielerin und Regisseurin ist tot - DER SPIEGEL
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Schauspielerin und Regisseurin Vera Tschechowa ist tot

Sie arbeitete vor und hinter der Kamera und drehte auch einen Film über ihre berühmte Familie: Nun ist die Schauspielerin und Regisseurin Vera Tschechowa im Alter von 83 Jahren in Berlin gestorben.

Nach kurzer, schwerer Krankheit starb Schauspielerin und Regisseurin Vera Tschechowa in Berlin. Das teilte die Agentur Ute Nicolai am Donnerstag unter Berufung auf die Familie mit.

Tschechowa wurde 1940 in Berlin als Tochter der Schauspielerin und Filmmanagerin Ada Tschechowa und des Arztes Wilhelm Rust geboren. Ursprünglich wollte sie Bühnenbildnerin werden, entschied sich dann jedoch um. Das Schauspielhandwerk lernte sie in Berlin und München. Ihr Filmdebüt gab Tschechowa dann 1957 in »Witwer mit fünf Töchtern« an der Seite von Heinz Erhardt.

In diese Ära fällt auch eine Begegnung mit Elvis Presley. Die junge Tschechowa wurde mal zu einem Fototermin mit Elvis geholt, als dieser als US-Soldat in Bad Nauheim stationiert war. Später gab es dann noch eine Begegnung mit ihm. Als Tschechowa in München Theater spielte, hat ein Mann alle Tickets der Vorstellung gekauft. Und so saß er dann im Saal, die Füße auf der Lehne des Stuhls vor ihm, und verstand kein Wort. Der Mann war Elvis. Jedenfalls lautet so die Legende.

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Tschechowa war von den Fünfzigerjahren bis zu den Neunzigerjahren in fast 100 Rollen zu sehen. Hinzu kamen Engagements an großen deutschen Theaterbühnen. Für die Böll-Verfilmung »Das Brot der frühen Jahre« bekam Tschechowa 1962 den Bundesfilmpreis. Das Publikum kennt sie auch aus Filmen wie »Zeit der Empfindsamkeit«, »Rausch der Verwandlung« oder von Auftritten in Fernsehserien wie »Tatort« oder »Ein Fall für zwei«.

Vera Tschechowa, circa 1959

Vera Tschechowa, circa 1959

Foto: Arthur Grimm / United Archives / Getty Images

Mit ihrem damaligen Ehemann Vadim Glowna drehte sie in den Achtzigerjahre den Cannes-Beitrag »Desperado City«, die Max-Frisch-Verfilmung »Blaubart« und den Dokumentarspielfilm »Tschechow in meinem Leben« über ihre berühmte russische Familie. Sie war die Urgroßnichte des Dramatikers Anton Tschechow.

Nach vielen Filmen reichte es ihr: »Irgendwann sind die Drehbücher einfach nicht besser geworden, sondern wesentlich schlechter.« Unter ihrem Niveau wollte sie nicht arbeiten, sie konnte auch ohne Rampenlicht leben. Seit den Neunzigerjahren stand Tschechowa dann lieber hinter als vor der Kamera, porträtierte Filmkollegen wie Katja Riemann, Klaus Maria Brandauer und Michael Ballhaus.

Vera Tschechowa wurde 83 Jahre alt.

ipp/dpa