Verhüllte Sinnenfreude - DER SPIEGEL
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AUSSTELLUNGEN Verhüllte Sinnenfreude

• aus DER SPIEGEL 4/2001
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Im Palazzo Giustiniani in Rom, wo der italienische Senat tagt, öffnet sich die prächtigste Saalfolge erstmals für Publikum: 400 Jahre nachdem hier eine grandiose Kunstkollektion zusammenkam, wird sie in einer Ausstellung nachinszeniert (26. Januar bis 15. Mai). Zwei Brüder Giustiniani hatten das ungestüme Barock-Genie Caravaggio gefördert und sogar sein Bild des Evangelisten Matthäus erworben, das Geistliche offenbar anstößig fanden. Der frechsinnenfrohe »Siegreiche Amor« war meist verhüllt, weil er, so ein Zeitgenosse, sonst alle anderen Werke im Palazzo überstrahlt hätte. Zur Schau kommt er aus der Berliner Gemäldegalerie; denn als ein Sammler-Nachfahr Anfang des 19. Jahrhunderts verkaufen musste, sicherte sich Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. den Großteil, von Caravaggio auch den »Matthäus« (wohl 1945 verbrannt) und einen »Ungläubigen Thomas« (jetzt aus Potsdam nach Rom geliehen). Das Schau-Spektrum umfasst Helldunkel-Malerei nach Caravaggio samt Vorgeschichte, antike Skulpturen und auch einen Marmor-Christus, der nach jüngster Hypothese von Michelangelo stammen soll. Zum 15. Juni wechselt die Kollektion, fast wie vor zwei Jahrhunderten, aus barockem in klassizistisches Ambiente: in Schinkels Altes Museum in Berlin.

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