Gestorben William Friedkin, 87
Der Regisseur erlebte in Hollywood Höhenflug und Absturz. Der in Chicago geborene William Friedkin arbeitete zunächst beim Fernsehen und drehte Ende der Sechzigerjahre seine ersten Kinofilme. Mit der Adaption des Theaterstücks »The Boys in the Band« war er 1970 einer der ersten US-Regisseure, die Homosexualität zum Thema machten. Ein Jahr später hatte er mit dem Polizeithriller »The French Connection« (»Brennpunkt Brooklyn«) einen fulminanten Erfolg, der mit fünf Oscars gekrönt wurde. Friedkin brachte eine neue Härte und Realitätsnähe in das Genre, an der Verfolgungsjagd des Films mussten sich Regisseure seither immer wieder messen lassen. 1973 brach seine Literaturverfilmung »Der Exorzist« über eine Teufelsaustreibung Rekorde, bis heute werden von dem Stoff immer mehr Fortsetzungen gedreht. Auch sein düsterer Abenteuerfilm »Atemlos vor Angst« (1977) entfaltet eine fast physische Wucht – verschlang aber Produktionskosten von angeblich mehr als 20 Millionen Dollar und machte große Verluste. Von diesem Flop erholte sich Friedkin nie wieder richtig. Zwar drehte er weiterhin starke Genrefilme, vor allem Thriller wie »Leben und Sterben in L. A.« (1985) oder »Rampage« (1987), galt aber nicht mehr als Regiestar wie Steven Spielberg oder Martin Scorsese. Sein letztes Werk, das Militärgerichtsdrama »The Caine Mutiny Court-Martial«, wird auf dem kommenden Festival von Venedig Premiere haben. William Friedkin starb am 7. August in Los Angeles.