Würde als Hürde - DER SPIEGEL
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THEATER Würde als Hürde

• aus DER SPIEGEL 14/2002
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Politiker fühlen sich durchaus auch als Schauspielkünstler gefordert - wie Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlandes, gerade erfrischend offen zugab. Wenn das Theater aber der Politik zu sehr auf die Pelle rückt, kann es Ärger geben. So verweigert sich Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hartnäckig einer skurrilen Idee, die beim Festival »Theater der Welt« verwirklicht werden soll. Das Projekt »Deutschland 2« des Regieteams »Rimini Protokoll« um Regisseur Stefan Kaegi will die - bewusst zufällig herausgegriffene - Bundestagssitzung am 27. Juni im Berliner Reichstag mittels Kopfhörer nach Bonn übertragen lassen. 666 Bürger sollen quasi simultan im ehemaligen Plenarsaal die Debatte wortwörtlich nachsprechen. Thierse, der um Ansehen und Würde des Bundestags fürchtet, verbot aber die Nutzung der Immobilie. Sollte es Matthias Lilienthal, dem Programmchef des Festivals, das vom 21. bis 30. Juni im Rheinland stattfindet, nicht gelingen, den Bundestagspräsidenten umzustimmen, will die Bonner Oper den Theaterleuten großzügig Asyl gewähren.

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