»Yes« - DER SPIEGEL
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Kino in Kürze »Yes«

• aus DER SPIEGEL 1/2006
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ist ein tolldreistes Liebesirrsinnsmärchen der britischen Regisseurin Sally Potter, die seit »Orlando« (1992) einen stolzen Ruf als verwegene Außenseiterin im europäischen Kunstkino zu verteidigen hat. In »Yes« verliebt sich eine kühle, sexuell frustrierte Politikergattin (Joan Allen) in einen schnauzbärtigen, libanesischen Kellner (Simon Abkarian). Geredet wird in Versen, genauer: in fünfhebigen Jamben. In durch Farbfilter verfremdeten Arrangements zeigt Potter ihre Liebenden am Strand und im Lotterbett, im Kampf mit der Fremdheit der jeweils anderen Kultur und im Kontrast zu einer gleichgültig-kalten Umwelt. Klar siedelt die Ballade mitten im Kitsch. Und doch ist sie die wunderbare Beschwörung einer poetischen Kraft, die aufzubringen das Kino heutzutage nur selten fähig ist.

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