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• aus DER SPIEGEL 31/1972
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»Offensichtlich ist das Interesse für ein Nicht-Establishment-Magazin doch größer, als wir selbst gedacht haben« -- Jubelruf von »Ms.«, angestimmt im jetzt erschienenen ersten Heft dieser amerikanischen Frauenbefreiungs-Zeitschrift. Die 300 000 Exemplare einer vorab vertriebenen »Ms.«-Testnummer waren innerhalb acht Tagen restlos ausverkauft; mit 50 000 Abonnenten konnte das von zwei Dutzend Frauen und »einem männlichen Art-Director-Assistenten« gefertigte »Women's Lib«-Organ starten. Heft 1 bietet unter anderem Beiträge über den Wert der Hausfrauenarbeit und den Unwert von Sex-Handbüchern; ein Artikel lehrt Auto-Reparatur ohne männliche Hilfe, ein anderer rät den Leserinnen. ihre Beine nicht mehr zu enthaaren -- auch dies ein Akt der Emanzipation. Gloria Steinern schreibt über Frauen als Wähler, Simone de Beauvoir wird interviewt, Kate Miller als bildende Künstlerin (Skulptur: Frau im Käfig) vorgestellt, und Germaine Greet fordert nach der Befreiung vom BH auch noch: »Nieder mit den Höschen!« Denn für das Tragen derselben, so erklärt die Feministin den Frauen, gebe es bei ruhiger Überlegung keine stichhaltigen Gründe. Kleidung etwa als Schutz? Pah, sagt Ms. Greer, »wenn du Karate kannst, ist es egal, ob du Hoschen trägst oder nicht«.

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