Gestorben Zum Tode von Cecile Richards
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Die US-amerikanische Gewerkschaftsaktivistin und Frauenrechtlerin verstand Politik als Engagement für die Gemeinschaft – und das schien ihr geradezu im Blut zu liegen: Schon mit 13 Jahren war sie Ehrenpage im Parlament von Texas, mit 16 half sie ihrer Mutter bei einer Wahlkampagne für eine Politikerin der Demokraten. Cecile Richards' Gerechtigkeitssinn wurde ihr beruflicher Kompass. Sie organisierte Gewerkschaftskampagnen, kämpfte gegen die Vereinnahmung von Lehrplänen durch rechtskonservative Kreise, gründete eine Organisation zur Mobilisierung von Wählern. Ihre vielleicht wichtigste Aufgabe trat sie 2006 an, als sie zu Planned Parenthood ging, Amerikas größter Organisation für sexuelle Aufklärung und Gesundheit. Zwölf Jahre lang leitete die dreifache Mutter die Einrichtung, die zum Beispiel auch Menschen, die eine Abtreibung benötigen, aufklärt und unterstützt. Die begnadete Rednerin schaffte es zwar, die Mitgliederzahlen – und damit die Spendengelder – in nie gekannte Höhen zu treiben. Aber die staatliche Unterstützung ging zurück, während die juristische Lage immer prekärer wurde. Abtreibung ist heute in einigen US-Bundesstaaten strikt verboten. Richards war desillusioniert: »Ich habe die Kaltschnäuzigkeit der Republikanischen Partei und ihre Bereitschaft unterschätzt, die Rechte der Frauen aus politischem Kalkül aufzugeben«. Doch resigniert schien sie nicht. Ihre Memoiren von 2018 tragen den Titel: »Make Trouble«. Vor einem Jahr gab sie bekannt, dass sie an einem Hirntumor leide. Cecile Richards starb am 20. Januar in New York.