Zweite Chance für Mendelssohn - DER SPIEGEL
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KONZERTE Zweite Chance für Mendelssohn

• aus DER SPIEGEL 45/2000
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Eine »Große Fest-Musik« war für das Jubiläum bestellt. Trotzdem fühlte sich Felix Mendelssohn Bartholdy nicht recht wohl, als er 1828 den Auftrag annahm, zum 300. Todestag von Albrecht Dürer eine Kantate zu liefern: Das Textbuch triefte von Frömmigkeit und Deutschtümelei, und »vor einem entsetzlichen Publicum und dem Hofe« Feierstimmung zu wecken, das war kein dankbarer Job. Gleich nach der Aufführung wollte der 19-jährige Komponist die Partitur am liebsten verbrennen. Doch er tat es nicht - so kann das Werk nun am 10. November im Konzerthaus Berlin nach 172 Jahren zum zweiten Mal aufgeführt werden. Dass die in der Berliner Staatsbibliothek aufgespürten Notenblätter eine Wiederbelebung lohnen, bezeugen schon die Urteile von damals: »Viel gute und manche eigentümliche Gedanken« habe Mendelssohn gehabt; »tüchtige kontrapunktische Arbeit«, ja »genialen Schwung« hatten die Kritiker herausgehört.

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