Ingenieure "Da sehen wir schlecht aus"
UniSPIEGEL: Herr Rauen, wenn Sie die neuesten Studienanfänger-Zahlen für Ihr Fach sehen, machen Sie wahrscheinlich einen Freudenhüpfer: Für Maschinenbau haben sich im vergangenen Wintersemester 27.700 Studenten eingeschrieben, das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Haben wir bald eine Ingenieurschwemme in Deutschland?
Rauen: Ingenieurschwemme? Wohl kaum. Ich würde eher sagen: Wir haben da einen Tropfen auf dem heißen Stein.
UniSPIEGEL: Wie viele Maschinenbauer brauchten Sie denn, um den Fachkräftemangel in der Branche zu beheben?
Rauen: Derzeit gibt es rund 36 000 offene Stellen für Maschinenbauingenieure. Uns fehlen vor allem die Jungen, Fachkräfte zwischen 25 und 34 Jahren. Im internationalen Vergleich, etwa zu Frankreich oder Schweden, sehen wir diesbezüglich ziemlich schlecht aus.
UniSPIEGEL: Keiner weiß, wie sich die Konjunktur weltweit angesichts der Finanzkrise entwickeln wird. Der deutsche Maschinenbau ist stark vom Export abhängig. Habe ich als Ingenieur auch langfristig noch eine Jobgarantie?
Rauen: Die Aussichten bleiben hervorragend. Denn es sind die Maschinenbauer, die die großen Aufgaben in Bereichen wie Energie und Umwelt mit ihren Technologien lösen müssen.