Initiativbewerbung: Hoppla, hier komm ich! - DER SPIEGEL
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Initiativbewerbung Hoppla, hier komm ich!

"Die Welt hat nicht auf mich gewartet", stellen viele junge Akademiker fest, wenn sie nach dem Examen Stellenanzeigen durchforsten. Wer seinen Traumjob kennt, kann die Welt auf sich aufmerksam machen: mit einer Initiativbewerbung.
Von Inga Leister
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Diese Art der Bewerbung heißt so, weil man selbst die Initiative ergreift und nicht darauf wartet, dass eine Stellenausschreibung vorbeispaziert kommt. "Das bedeutet zunächst mal telefonieren", sagt der Bewerbungsexperte Christian Püttjer. Denn es ist wichtig, den richtigen Adressaten für die Bewerbungsunterlagen zu finden. Sonst kann es gerade bei kleineren Unternehmen passieren, dass der dicke Umschlag ungeöffnet zurückkommt, weil sich keiner zuständig fühlt.

Am besten sei es, den Kontakt zum gewünschten Arbeitgeber schon während des Studiums zu suchen, rät Püttjer: vor allem Visitenkarten zu sammeln, wo es nur geht, zum Beispiel auf Bewerbermessen oder Univeranstaltungen mit externen Referenten. Selbst wenn die nicht der richtigen Ansprechpartner für Bewerbungen sind, können sie sagen, an wen man sich wenden soll.

Vor einem Anruf beim Arbeitgeber der Träume sollte man sich auf jeden Fall ein Kurzprofil zurechtlegen. "Das ist ein psychologisches Moment", sagt Püttjer. Ein allgemeines "Ich wollte mal so hören, wie das bei Ihnen aussieht" wirke auf das Gegenüber anders als eine kurze Aufzählung der Qualifikationen und Interessen.

Aufdringliches Eigenlob kommt nicht gut

Bei solchen Telefonaten kann man schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden, wenn ein Personaler die Gelegenheit nutzt und den Interessenten mit präzisen Fragen aus der Fassung bringt. Wer völlig unvorbereitet ist, sieht dann alt aus.

Ein zentraler Rat des Bewerbungsexperten: "sachlich bleiben". Es bringe nichts, sich selber über den grünen Klee zu loben. Denn gerade bei Frauen im Personalbereich komme die Ego-Tour gar nicht gut an, sagt Püttjer. Um den Spagat zwischen grauer Maus und aufdringlichem Selbstdarsteller hinzubekommen, helfe es, Sachfragen zu stellen: Was soll ich schreiben, damit meine Bewerbung Erfolgschancen hat? Was erwartet Ihr Unternehmen von mir? In welcher Abteilung könnte ich eingesetzt werden?

So hat das Unternehmen einen ersten positiven Eindruck. Und der Bewerber eine Hilfestellung für die Bewerbungsunterlagen. Denn die konkreten Angaben des potenziellen Arbeitgebers helfen, wenn schon nicht die Welt, aber wenigstens ihn mit Anschreiben und Lebenslauf auf sich aufmerksam zu machen.

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