Jobsuche Punktlandung oder Dauer-Bewerber?
Beim Studentenspiegel , der großen Umfrage unter Berufseinsteigern, liegen erste Ergebnisse vor. Danach unterscheiden sich die Zeiträume, die Studenten und Absolventen mit der Jobsuche zubringen, je nach Studienrichtung erheblich. So kommen beispielsweise Informatiker, Wirtschaftsinformatiker und Mathematiker in der Mehrheit mit ein bis unter zwei Monaten Suche aus. Auch Naturwissenschaftler, Maschinenbauer, Elektrotechniker und Juristen brauchen nur einen verhältnismäßig kurzen Atem.
Auf der Mittelstrecke zu Hause sind dagegen die Anglisten: Sie wenden durchschnittlich drei bis vier Monate auf, bevor sie eine Beschäftigung gefunden haben.
Die Unterschiede fallen noch stärker aus, betrachtet man die Anzahl der verschickten Bewerbungen. Hier sind Biologen und Physiker schon mit drei Mappen dabei, Informatiker, Mathematiker mit vier. Architekten, Innenarchitekten und Bauingenieure sind dagegen gute Postkunden: Sie versenden durchschnittlich zehn Bewerbungen, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaftler acht.
Mit dem "Studentenspiegel 2 - die Umfrage für Berufseinsteiger" lassen sich erste berufliche Erfahrungen besser einordnen. Dazu füllen Interessenten einen Online-Fragebogen aus. Es geht um alles, was für den Beginn des Arbeitslebens nach dem Hochschulabschluss zählt: Qualifikationen aus dem Studium, die Suche nach einem Arbeitsplatz, Zahl und Art der Praktika, aber auch Abitur- und Examensnoten sowie die familiäre Situation. Über 20.000 Berufseinsteiger haben bereits mitgemacht.
Diese Durchschnittswerte basieren auf den Angaben der bisherigen Teilnehmer. Wer bei der Umfrage mitmacht, erhält ein individuelles Vergleichsprofil, sobald eine Mindestzahl von Kollegen aus der gleichen Branche oder mit ähnlicher Ausbildung teilgenommen hat. Damit kann man den eigenen Karriereweg im bundesweiten anonymen Vergleich einordnen. Die Umfrage ist eine gemeinsame Initiative des SPIEGEL und der Beraterfirma McKinsey & Company.
Horrorgeschichten von stapelweise geschriebenen Bewerbungen sind, so legen zumindest die Zahlen der Umfrage nahe, übertrieben: 50 Bewerbungen und mehr Bewerbungen mussten durchschnittlich nur 7,6 Prozent aller Teilnehmer verschicken. Allerdings droht in einigen Fachrichtungen durchaus der tägliche Gang zum Briefkasten: Jeden fünften angehenden Architekten und jeden achten künftigen Bauingenieur ereilte dieses Los.
Beim Anteil der Langzeit-Suchenden sind die Geistes- und Sozialwissenschaften führend - 33 Prozent der Anglisten und 27 Prozent der Politologen und Soziologen suchten länger als ein halbes Jahr.
Studentenspiegel I und II: Jetzt bei den Umfragen mitmachen
jaf