Manager als Honorarprofessor: Eine Frage der Moral - DER SPIEGEL
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Manager als Honorarprofessor Eine Frage der Moral

Eine Personalie spaltet die Uni Frankfurt: Nikolaus Schweickart, scheidender Chef des Pharma- und Chemiekonzerns Altana, soll als Honorarprofessor Kontrolle und Ethik von Unternehmen lehren. Ein Imageproblem, finden Arbeitnehmer und Asta - Schweickart strich 1250 Stellen.
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Der 63-jährige Spitzenmanager habe schon als Gastdozent "hervorragende Ergebnisse bei der studentischen Evaluation erzielt", so die Uni Frankfurt. Schweickarts Leistungen als Firmenlenker werden von seinen Angestellten hingegen weitaus kritischer gesehen. Die "Berufung können wir nicht nachvollziehen", heißt es in einem Brief des Altana-Betriebsrats und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie an den Dekan der Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt. Es könne nicht sein, dass die Beschäftigten "für falsche Weichenstellungen des Vorstands die Zeche zu zahlen haben, und dieser für sein Engagement für Unternehmensethik gewürdigt wird", so die Arbeitnehmervertreter.

Ausgerechnet am Tag der Bekanntmachung von Schweickarts Berufung erfuhren 1250 Altana-Beschäftigte, dass sie ihren Job verlieren werden. Zugleich bezahlt Altana seiner Hauptbesitzerin Susanne Klatten die höchste Dividende, die je in Deutschland an einen Einzelaktionär ausgezahlt wurde: 2,36 Milliarden Euro. Altana hatte seine Pharma-Sparte an einen dänischen Konkurrenten verkauft - gut für die Aktionäre, schlecht für die Angestellten.

Deshalb bemängelt auch der Frankfurter AStA, die Professur im sensiblen Fach Unternehmensethik erfordere eine "hohe Integrität". Diese Anforderung sei nicht mit dem zu vereinbaren, was Schweickart als Konzernchef zu verantworten habe, kritisiert Johannes Göpel, Präsident des Studierendenparlaments.

Schweickart, vor seinem Rückzug in den Ruhestand der dienstälteste Lenker eines Dax-Unternehmens, verteidigte sich in einem Interview: "Personalanpassungen gehören zu einer Marktwirtschaft. Sie sind absolut nicht unethisch."