Motivation: Rundtour bei Werder Bremen - DER SPIEGEL
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Motivation Rundtour bei Werder Bremen

Sabrina Golla arbeitet als Seminar-Organisatorin in einer Bremer Anwaltskanzlei. Um die eigene Truppe zu motivieren, schaute die Firma hinter die Kulissen ihres Bundesligavereins.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Regelmäßig sagt mein Chef, ich leiste geniale Arbeit. Das motiviert. Ich weiß auch, dass es stimmt. Ich mache primär Betriebsratschulungen. Was ich motivierend finde, sind die freundlichen Gespräche mit den Betriebsräten, dass sie sich freuen, wenn ich anrufe und wir auch über Persönliches reden. Man geht mal zusammen ein Bier trinken. Das motiviert mich am meisten.

Wir machen bestimmt im Jahr vier bis fünf Ausflüge, dann noch die Kohlfahrten und unsere Weihnachtsfeier. Das organisiert immer abwechselnd ein Mitarbeiter, die Chefs zahlen. Die letzte Kohlfahrt war richtig gut. Weil wir jemanden aus der Werder Bremens Führungsetage kennen, haben wir eine Rundtour durchs Weserstadion gemacht, die man sonst so nicht machen kann. Wir sind mit ungefähr 24 Leuten zum Stadion gegangen und haben zwischendurch einen Schnaps getrunken. Am Eingang hat uns dann jemand in Empfang genommen, der uns viel über die Entwicklung von Werder erzählt hat, was für mich als Fan mit Dauerkarte sehr interessant war. Aber auch andere Sachen über den Verein, zum Beispiel, wie immens teuer es ist, ein Spiel abends unter Flutlichtern auszutragen.

Dann hat er uns durch das ganze Stadion geführt, in die Logen und die VIP-Tribünen. Ich habe festgestellt, dass ich das später auch dringend mal brauche, eine Privat-Loge mit eigener Bar. Wir haben uns auch die Kabine von den Gegenspielern angeguckt, weil bei Werder keiner rein darf. Die Spieler haben da wohl persönliche Sachen liegen. Ich habe mir die Kabinen irgendwie besser vorgestellt, obwohl das wohl internationaler Standard ist. Aber für mich sah das, abgesehen vom Swimmingpool und dem Erholungsbecken, irgendwie eher nach Turnhalle aus. Das war alles ziemlich spartanisch eingerichtet. Die Schiedsrichterkabine auch. Der Rundgang hat ungefähr anderthalb Stunden gedauert. Danach sind wir an der Weser in einem Restaurant Kohl essen gegangen.

Letztes Jahr haben wir eine Woche auf Mallorca verbracht, in Soller, um das nächste Geschäftsjahr vorzubereiten. Das war auch schön, wir haben so fünf bis sechs Stunden am Tag gearbeitet. Der Rest war Spaß und Entspannung am Strand. Das war echt nett. Dieses Jahr fahren wir zum Einwandererhaus nach Bremerhaven. Danach essen wir Fisch. Na ja, ich bin schon gespannt."

Aufgezeichnet von Tim Cappelmann

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