Pillentester Gefährlicher Studentenjob
Weil Babysitten und Nachhilfe eher schlechtbezahlte Jobs sind und die Zeiten hart, erweist sich eine völlig andere Nebenbeschäftigung unter Studenten als ziemlich beliebt: die Arbeit als medizinischer Proband. Etwa 60 Prozent der 10.000 Testpersonen an deutschen Kliniken, Forschungsinstituten oder bei Pharmaunternehmen sind nach Angaben des Internet-Portals Probanden-studien.de Studenten.
"Die Spanne der potentiellen Verdienstmöglichkeiten kann von wenigen hundert Euro (für beispielsweise Lebensqualitätsstudie) bis zu einigen tausend Euro (für stationäre Dosisfindungsstudien etwa) liegen", heißt es dort. Mit Werbesprüchen wie "Super bezahltes Nichtstun" oder "Super-Honorar" versuchen Inserenten, die Besucher des Online-Portals zu ködern.
Ohne Risiken sind die Jobs freilich nicht: Zu "unerwünschten Nebenwirkungen" könne es in seltenen Fällen durchaus kommen, schreiben die Macher der InternetSeite. Man könne "jedoch davon ausgehen, dass es sich bei den auftretenden Nebenwirkungen um temporäre Effekte handelt".
Ein 29-jähriger Sozialarbeitstudent, der anonym bleiben möchte, berichtet: "Ich hatte bisher keine Nebenwirkungen." Bei einer Antidepressiva-Studie hätten jedoch andere Tester über ein "stromartiges" Stechen im Kopf geklagt, sagt der angehende Akademiker.
Weitaus schlimmer war es allerdings medizinischen Probanden bei einem Versuch der deutschen Biotechfirma Tegenero in London vor zwei Jahren ergangen, als es schon kurz nach der Verabreichung eines Mittels gegen Multiple Sklerose zu lebensbedrohlichen Komplikationen kam: Der Kreislauf der Teilnehmer brach zusammen, Lungen und Nieren versagten - einem 21-Jährigen mussten später Finger und Zehen amputiert werden.