1000 Fragen Warum spritzen Bierdosen?
Damit ein Bier (oder auch eine Cola) schön sprudelt, wird Kohlensäure zugesetzt. Und zwar so, dass sich der Sprudel im Getränk auflöst, sonst würde die Kohlensäure beim Öffnen nämlich sofort entweichen. Je mehr die Dose unter Druck steht, desto besser löst sich die Kohlensäure.
Kein Problem, solange die Dose geschlossen bleibt. Öffnet sie allerdings jemand, sinkt der Druck in der Dose, Bier oder Cola fangen an zu schäumen, weil sich die Kohlensäure den Weg aus der Dose sucht - Getränkedusche für den Durstigen inklusive.
Ist die Dose gekühlt und im Ruhezustand, sollte das eigentlich nicht spritzen. Schüttelt man die Dose aber, wird der Gleichgewichtszustand zwischen Druck und Löslichkeit des Gases gestört, und das Gas will nicht mehr in der Flüssigkeit bleiben. So entströmt die gelöste Kohlensäure fluchtartig beim Öffnen und nimmt gleich noch eine Menge Bier mit nach draußen, indem es die Flüssigkeit mit sich reißt. Ähnliches kann auch mit einer sehr warmen Dose passieren.
Auf den Deckel klopfen bringt wenig
Das beste Mittel, um ein Bier im wahrsten Wortsinn in Ruhe genießen zu können, ist Geduld. Wer die Dose stehen lässt und lange genug wartet, kann das Gleichgewicht wieder herstellen. Aber wer wartet bei großem Durst schon gern?
Ein bekanntes Geheimrezept gegen das Übersprudeln ist in Expertenkreisen hingegen umstritten. Viele Leute klopfen vor dem Öffnen auf die Oberseite der Dose. Damit kann theoretisch der Druck im Kopfraum und gleichzeitig die Löslichkeit der Flüssigkeit etwas erhöht werden, weil der durch das Schütteln gestörte Gleichgewichtszustand zumindest kurzfristig wieder hergestellt wird. Wurde die Dose aber stark geschüttelt, kann man das Übersprudeln damit nur etwas abschwächen.
So weit die Theorie. Um das physikalische Gesetz zu überprüfen, bleibt nur der Selbstversuch anhand einer Palette leckerer kühler Erfrischungsgetränke...