Kleine Pause - der Bildungs-Newsletter: Liebe Leserinnen, liebe Leser, guten Morgen, - DER SPIEGEL
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Kleine Pause - der Bildungs-Newsletter Liebe Leserinnen, liebe Leser, guten Morgen,

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

die Weihnachtsfeier ist überstanden, die abendlichen Glühweinrunden auf dem Weihnachtsmarkt gezählt: So langsam nähern sich die Festtage und damit die wohlverdiente kleine Pause am Ende des Jahres (Vorsicht: Wortwitz!). Doch so ganz will sich die Feiertagsruhe bei uns noch nicht einstellen. Dafür ist einfach noch zu viel los. Nach der Veröffentlichung der Pisa-Studie diskutieren Fachleute die Ergebnisse ("Gut zu wissen"), die Kultusminister der Länder sorgen mit ihrem Vorschlag eines Bildungsrats für Unruhe ("Das ist los").

In der Rubrik "Debatte der Woche" finden Sie diesmal einen Leserbeitrag: Jost Fromhage unterrichtet Französisch und Spanisch an einem Gymnasium in Hamburg und plädiert dafür, auch im kalten Winter die Schülerschaft ins Freie zu scheuchen und ab und zu draußen zu unterrichten. Brr!

Immerhin: Die Hamburger Bildungsbehörde scheint schon in Festtagsstimmung zu sein und verteilt fleißig Geschenke an Grundschullehrerinnen und -lehrer ("Das ist los").

Damit verabschiedet sich "Kleine Pause" in den Weihnachtsurlaub. Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Januar 2020. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Festtage und einen guten Übergang ins neue Jahr!


Das Team von "Kleine Pause"
Susmita Arp, Silke Fokken, Armin Himmelrath, Miriam Olbrisch

Feedback & Anregungen?


Das ist los:

1. Nun doch ein Bildungsrat?

Der Nationale Bildungsrat, das gemeinsame Projekt von Bund und Ländern für eine bessere Schulpolitik, wie es Union und SPD im Koalitionsvertrag angekündigt hatten, ist gescheitert. So haben wir es vor zwei Wochen an dieser Stelle berichtet. Nun haben die Kultusminister der Länder sich auf ihrer Winter-Tagung doch dazu entschlossen, ein Gremium einzurichten. Arbeitstitel: "Bildungsrat / wissenschaftlicher Beirat". Ist das nicht das Gleiche? Nicht ganz: Der Bund, namentlich das Bundesbildungsministerium von Anja Karliczek (CDU), bleibt bei diesem Modell außen vor - was die umstrittene Ministerin durchaus als Affront verstehen darf. Ob der Alleingang der Länder eine gute Idee ist, darüber diskutieren zwei ehemalige Staatssekretäre im ohnehin oft lesenswerten Blog des Bildungsjournalisten Jan-Martin Wiarda .

2. Mehr Geld für Lehrerinnen und Lehrer an Hamburger Grundschulen

Die Hamburger Bildungsbehörde verteilt vorzeitige Weihnachtsgeschenke: Lehrer und Lehrerinnen an Grundschulen sollen künftig mehr Geld bekommen. Bisher verdienen sie deutlich weniger als Lehrkräfte an weiterführenden Schulen. In drei Stufen soll die Besoldung nun ab dem 1. Januar 2020 von Stufe A12 auf A13 mit einer kleinen Zulage angehoben werden. "Der Bildungserfolg von Kindern wird in der ersten Lebensphase viel wirkungsvoller geprägt als in den älteren Jahren", begründete Schulsenator Ties Rabe (SPD) die Erhöhung gegenüber dem SPIEGEL.

Es ist allerdings auch kein Geheimnis, dass Hamburg sich mit dem Geldgeschenk einen Vorteil im Kampf um Fachkräfte erhofft. Gerade an Grundschulen fehlen in fast allen Bundesländern Lehrerinnen und Lehrer.

3. Sind Gymnasien überflüssig?

Eine Idee mit Zündstoff: "Schafft das Gymnasium ab!", fordert die taz-Journalistin Anna Lehmann im Bildungsblog der Friedrich-Ebert-Stiftung - und legt sich mit der gesammelten Philologen-Eltern-Community an. Lehmanns Argument: Das Gymnasium zementiere als Schulform die gesellschaftliche Ungleichheit der Bildungschancen. Die neue bürgerliche Mittelschicht, schreibt sie, verteidige "das Gymnasium als Refugium für den eigenen Nachwuchs und Quelle des Statuserhalts". Werde es abgeschafft, würde damit mittelfristig auch die schulartspezifische Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern entfallen können. Die ganze Diskussion können Sie hier  nachlesen.

4. Das Wunderkind macht Zwangspause

In der ersten Ausgabe von "Kleine Pause" haben wir über Laurent Simons berichtet - jenem neunjährigen Wunderkind aus Amsterdam, das mit gerade einmal neun Jahren an seinem Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik sitzt. Doch nun haben seine Eltern das Projekt vorzeitig beendet und Laurent vom Studium abgemeldet. Sie werfen der Hochschule vor, das junge Genie in seinem Fortkommen zu behindern. Unser Kollege Lukas Eberle hat Laurent und seine Familie getroffen und mit Verantwortlichen der Universität gesprochen. Entstanden ist ein Text über die Frage, wie elterlicher Ehrgeiz für Kinder zur Stolperfalle werden kann. Der Text steht in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL und auf SPIEGEL+  .

Laurent Simons

Laurent Simons

Foto: Judith Jockel/ DER SPIEGEL

Gut zu wissen

Ziemlich genau zwei Wochen ist die neue Ausgabe der Pisa-Studie nun alt. Am vergangenen Donnerstag trafen sich die deutschen Pisa-Koordinatoren mit Bildungs-Fachleuten aus ganz Deutschland in Berlin zu einer Nachbetrachtung. Neben den Testmethoden diskutierten die Teilnehmer auch darüber, wie sich die Zusammensetzung der Schülerschaft in Deutschland in den vergangenen Jahren verändert hat. Bemerkenswert: Zwischen 2009 und 2018 ist der Anteil der 15-Jährigen mit Zuwanderungshintergrund um ganze zehn Prozentpunkte gestiegen, von 25 auf 35 Prozent. Somit hat also mehr als ein Drittel der Jugendlichen mindestens ein Elternteil, das im Ausland geboren ist. Den nationalen Pisa-Bericht kann man hier  herunterladen.

Debatte der Woche

Ein Beitrag unseres Lesers Jost Fromhage. Er unterrichtet Französisch und Spanisch an einem Gymnasium in Hamburg.

Im Winter draußen unterrichten? Ja bitte!

Wir sind Orks! Lichtscheue Höhlenwesen, die sich nur morgens vor Sonnenaufgang nach draußen wagen, eilig durch die Dunkelheit stehlen und dann schnell wieder in der nächsten Höhle verschwinden. Nachmittags huschen wir durch die Dämmerung zurück.

Aber wenn dann doch mal ein wenig Tageslicht durch die Fenster des Klassenzimmers dringt, ziehen wir die Vorhänge zu, weil es uns blendet und wir sonst den Text auf dem Smartboard nicht erkennen können. Dummerweise braucht unser Körper die Sonne, damit die Knochen nicht zerbröseln. Manche schlucken deshalb im Winter Tabletten.

Sobald sich aber die warme Jahreszeit ankündigt und das Thermometer die 15° C streift, rufen die Kinder: "Wir wollen draußen Unterricht machen!" Dabei ist Sonne im Sommer nicht ungefährlich, wir sollten uns lieber in den Schatten stellen.

Deshalb hier mein Vorschlag an alle Lehrerinnen und Lehrer:

Unterrichtet draußen - auch und gerade im Winter! In Hamburg, wo es im Winter ganz besonders dunkel ist, zeigen uns schon einige Cafés, wie es geht: Für jeden eine dicke Decke über die Beine und einen heißen Kakao in die Hände. Klappt wunderbar!

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Neues von SPIEGEL Ed

Foto: DER SPIEGEL

Im Januar lädt der SPIEGEL Schulklassen und Schülergruppen herzlich zu zwei Live-Veranstaltungen nach Hamburg ein. Für beide Termine gibt es ein kostenfreies, begrenztes Ticketkontingent für Schülerinnen und Schüler. Bei Interesse wenden Sie sich bis zum 19. Dezember 2019 per E-Mail an kleinepause@newsletter.spiegel.de. Bitte geben Sie die gewünschte Ticket-Anzahl, den Namen der Schule und den Namen einer Begleitperson an. Bei großer Nachfrage werden die Eintrittskarten verlost.

Die Veranstaltungen:

SPIEGEL-Gespräch live im Thalia Theater: "Alles oder nichts?"

Luisa Neubauer, Klimaschutz-Aktivistin, und Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg, im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteur Gerald Traufetter

Mittwoch, 22. Januar 2020, Beginn 20 Uhr

Mehr zur Veranstaltung 


SPIEGEL Live im SPIEGEL-Haus: "Was wird aus der SPD?"

Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos und stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteurin Britta Sandberg und Chefredakteur Steffen Klusmann

Mittwoch, 29. Januar 2020, Beginn 18.30 Uhr
Ericusspitze 1, 20457 Hamburg

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