Unterrichtsmagazin "Lebensformen": Editorial - DER SPIEGEL
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Unterrichtsmagazin "Lebensformen" Editorial

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Familie nimmt einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Sie ist es, die uns in erster Instanz prägt und uns auf das gesellschaftliche Zusammenleben vorbereitet. Die Familie kann heute allerdings vieles sein, denn das „klassische“ Modell der fünfziger und sechziger Jahre ist vielschichtigen Formen menschlichen Zusammenlebens gewichen. Familie, ergibt sich daraus, ist kein statischer Begriff, sondern stets dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen. Dieses Heft verwendet deshalb den Ausdruck „Lebensformen“ – nicht als Ersatz für den klassischen Begriff, aber als Erweiterung denkbarer Zusammensetzungen von Familie.

Als Single lebend, verheiratet, in einer Partnerschaft, mit Kindern oder ohne, gleichgeschlechtlich oder nicht – die Akzeptanz unterschiedlicher Lebenskonzepte ist zwar hoch, doch auf einem anderen Blatt steht, welches Modell politisch – und damit auch finanziell – unterstützt wird. Die Familienpolitik hat die Aufgabe, rechtliche Grundlagen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Fortbestand familiären Lebens zu gewährleisten. Das Private und das Politische, Familie und Demokratie müssen deshalb als Ganzes betrachtet werden. Die Förderung von Familien ist ein Politikum, das auf Wertvorstellungen und Parteiprogrammen beruht – und immer auch auf eigenen Erfahrungen.

Im ersten Kapitel werden unterschiedliche Lebensformen exemplarisch vorgestellt. Das zweite Kapitel widmet sich der Frage, was wir unter dem Begriff Familie verstehen und wie wir sie gegen andere Lebensformen abgrenzen. Was beeinflusst Familienpolitik, und wem bringt das Vorteile oder Nachteile? Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit konstruierten Verwandtschaftsbeziehungen, etwa durch Adoption oder Samenspende. Kapitel vier thematisiert unseren persönlichen Bezug zur Familie: Inwiefern hat sie uns geprägt? Was nervt uns an unserer Familie? Gehört die Gründung einer eigenen Familie zu unserer Vorstellung von Glück?

Aus methodischen Gründen enthält dieses Heft Texte aus unterschiedlichen Medien. Die Vielfalt der Quellen und Darstellungsformen soll die Medienkompetenz der Schüler stärken.