Austausch-Log USA Mit Karacho um die Ecke
Die Sache mit dem Führerschein ist in Amerika ja eigentlich ganz einfach - wenn nur nicht die Theoriestunden wären. Die waren sehr langweilig: Unzählige Filme und Merkblätter musste ich mir angucken. Erst danach durfte ich endlich hinters Steuer. Das war cool.
Aber ich muss noch üben, rechtwinklige Kurven zu fahren, ich bin nämlich immer zu schnell. Und das Beste ist: Für nur 20 Dollar kann ich sogar den internationalen Führerschein machen. Mit dem kann ich dann ein Jahr lang in Deutschland durch die Gegend gurken und muss nur die Prüfungen nachholen.
Das wichtigste Ereignis war natürlich mein Geburtstag: Ich bin 18 Jahre alt geworden. *durchdiegegendhüpf* Ich habe mit meinen amerikanischen Freunden reingefeiert. Wir waren in Barona im Kasino. Vorher haben wir uns aufgebrezelt, so mit Kleid und Highheels. Mein erstes Mal in einem Kasino!
Dort hatte ich sogar eine kleine Glückssträhne. Habe erst 20 Dollar am einarmigen Banditen verloren, aber dann 30 Dollar beim Black Jack gewonnen. Und das Essen in dem Laden war unglaublich gut. Es gab all ein "All you can eat"-Buffet, da war wirklich alles dabei: von chinesisch bis italienisch, von Salaten bis Dessert. Und natürlich habe ich auch eine große Schokoladentorte mit 18 Kerzen bekommen. An den Tag werde ich mich bestimmt noch lange erinnern.
Aber nicht nur im Kasino hat es geschmeckt. Am Valentinstag wollte ich meiner Gastschwester Caitlin ein leckeres Abendessen zaubern. Es sollte Fisch mit Pasta geben. Das Dumme war nur: Wir hatten vergessen eine Zitrone zu kaufen. Wir fuhren also schnell nochmal in den Supermarkt. Als wir dann nach langem Suchen eine Zitrone gefunden hatten und an der Kasse standen, stellte ich fest, dass ich kein Kleingeld dabei hatte. Also wollte ich die 35 Cent mit der Kreditkarte bezahlen. Doch die Kassiererin hat sich geweigert. Plötzlich stand ein Kumpel hinter mir und drückte der Frau einen Dollar in die Hand. War mir das peinlich! Wir haben uns dann hundertmal bei ihm bedankt. Nick ist total süß und ich war von seinem Einsatz so baff, dass ich ganz vergessen habe, dass er schwul ist. Die Welt ist wirklich ungerecht.
Ich bin immer noch begeistert von der kalifornischen Landschaft rund um San Diego. Alles liegt so nah beieinander. Man muss nur etwa eine Stunde mit dem Auto fahren, dann ist man in den Bergen und kann snowboarden. Zum Strand sind es auch nur 45 Minuten. Und wenn man in die Wüste will, um mit Mini-Motorrädern durch die Dünen zu rasen, braucht man auch nur eine Stunde. Als wir einmal in den Bergen waren, haben wir uns auf den Rückweg im Auto über Dämonen, Geister und Exorzismus unterhalten. Hinterher haben wir uns vor jedem Schatten erschreckt.
Endlich habe ich übrigens herausgefunden, wie ich meine Digitalkamera einstellen muss, damit ich über tausend Fotos machen kann, ohne welche löschen zu müssen. Und die Schwarz-Weiß-Funktion habe ich auch entdeckt. Also, seid gespannt.
Liebe Grüße, Eure Janine