Baden-Württemberg: Englisch-Abi war nicht zu schwer - DER SPIEGEL
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Baden-Württemberg Englisch-Abi war nicht zu schwer

Tausende Abiturienten in Baden-Württemberg beschwerten sich über zu komplizierte Aufgaben im Englisch-Abitur und starteten sogar eine Petition. Nun entschied das zuständige Ministerium: Die Prüfung war angemessen.
Abiturienten in Baden-Württemberg
Abiturienten in Baden-Württemberg

Abiturienten in Baden-Württemberg

Foto: Felix Kästle / dpa
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War das Englisch-Abitur in Baden-Württemberg zu anspruchsvoll? Nein, urteilte nun das zuständige Kultusministerium. Zuvor hatten sich Tausende Schüler über die vermeintlich zu schwere Prüfung beschwert und in einer Onlinepetition mehr als 29.000 Unterschriften gesammelt.

Besonders folgende Aufgabe mit einem inhaltlich hochsymbolischen Textabschnitt über die Freiheitsstatue in New York machte den Schülern Probleme:

"The spinning disk of the late afternoon sun slanted behind her, and to those on board who gazed, her features were charred with shadow, her depths exhausted, her masses ironed to one single plane. Against the luminous sky the rays of her halo were spikes of darkness roweling the air; shadow flattened the torch she bore to a black cross against flawless light-the blackened hilt of a broken sword. Liberty."

In einer Petition auf der Plattform Change.org  beklagten die Abiturienten daraufhin: "Das Abitur im Fach Englisch war unfair!" Ihre Prüfung sei im Vergleich zu vorherigen Jahren viel schwieriger gewesen. Zudem seien Teile der Aufgabenstellung missverständlich. Sie forderten vom Kultusministerium, den "hohen Erwartungshorizont" anzupassen.

"Niemand in die Pfanne gehauen"

Die zuständige Ministerin Susanne Eisenmann erteilte den Schülern allerdings eine Abfuhr. Die Abi-Prüfung im Fach Englisch ist aus Sicht des baden-württembergischen Kultusministeriums nicht zu beanstanden. Nach einer umfassenden Prüfung sei festgestellt worden, dass das Niveau der betreffenden Aufgaben angemessen war, teilte das Ministerium mit. Dies hätten sowohl die Abiturkommission mit Fachberatern im Fach Englisch und Fachreferenten der Regierungspräsidien als auch drei externe Experten bestätigt.

Es gebe keinen Grund zur Sorge, betonte Eisenmann. "Ich habe vollstes Vertrauen in die Lehrkräfte, dass sie ihren Ermessensspielraum bei der Korrektur verantwortungsvoll und ausgewogen ausschöpfen werden", sagte die CDU-Politikerin. Der als schwierig eingestufte Prüfungsteil "Analysis" mache außerdem nur 15 Prozent der schriftlichen Abiturnote Englisch aus.

Auch der Landeschef des Philologenverbandes, Bernd Saur, mahnte zu Gelassenheit. "Ich möchte die Schüler bitten, die Ergebnisse abzuwarten - da wird niemand in die Pfanne gehauen." Der fachliche und pädagogische Ermessensspielraum der Korrektoren sei groß.

Klagen über schwere Abiturprüfungen sind keine Seltenheit. 2016 führte solch ein Protest in Niedersachsen sogar dazu, dass nachträglich der Notenschnitt angehoben wurde. Bei der fraglichen Matheprüfung wertete das Kultusministerium damals allerdings erst die Korrekturergebnisse aus. Als klar war, dass der Schnitt auffallend schlecht war, wurde der Bewertungsmaßstab angepasst.

koe/dpa