Berufseinsteiger: Schreibschwächen und Rechenfehler - DER SPIEGEL
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Berufseinsteiger Schreibschwächen und Rechenfehler

Nicht nur bei der Pisa-Studie kassierten deutsche Schüler miserable Noten. Auch im Berufsleben schneiden sie schlecht ab: Schulabgänger können nicht richtig rechnen und schreiben, kritisieren deutsche Unternehmen - und viele bekämen deshalb keinen Ausbildungsplatz.
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Gummersbach - Ein Drittel der 360 befragten mittelständischen Betriebe und ausgewählten Großkonzerne hat offene Stellen, ermittelte die Unternehmensberatung Kienbaum Management Consultants in ihrer Untersuchung "Erstausbildung 2002". Die Unternehmen suchen vor allem Auszubildende im Finanz- und Rechnungswesen - und finden der Studie zufolge häufig keine geeigneten Bewerber.

Die Lehrstellen könnten nicht besetzt werden, weil die Bewerber schlecht qualifiziert seien, klagen 90 Prozent der befragten Untenehmen. Oftmals könnten Schulabgänger nicht richtig rechnen und schreiben. Die Ergebnisse stünden in enger Verbindung mit dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler bei der Pisa-Studie, sagte Jochen Kienbaum, Geschäftsführer der Unternehmensberatung. "Die Unternehmen können aber nicht das nachholen, was bereits in der Schule versäumt wurde. Hier ist ein rasches Handeln der Politik gefragt", so Kienbaum weiter.

Im Durchschnitt erhielten die Unternehmen im vergangenen Jahr rund 2000 Bewerbungen. 37 Prozent der Stellensuchenden waren Abiturienten, 36 Prozent Realschüler und 12 Prozent Hauptschüler. 160 der Bewerber wurden eingestellt. 44 Prozent von ihnen hatten einen Realschulabschluss in der Tasche, 37 Prozent waren Abiturienten.

Bei der Auswahl der Bewerber bevorzugten die Firmen Kandidaten, die eine abgeschlossene Schulausbildung hatten sowie lernbereit und motiviert waren. Als Hauptgrund für unbesetzte Ausbildungsstellen nannten die Unternehmen zu schwache berufsrelevante Qualifikationen der Bewerber.