Einwanderungsland Deutschland: Editorial - DER SPIEGEL
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Einwanderungsland Deutschland Editorial

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Damals, in den sechziger Jahren, als in Deutschland ein Mangel an Arbeitskräften herrschte, waren so genannte Gastarbeiter höchst willkommen, um das noch in den Anfängen steckende Wirtschaftswunder nicht abreißen zu lassen. Heute hingegen präsentiert sich die Republik den Neuankömmlingen als ein Land, in dem Stellen für mehr als vier Millionen Arbeitslose fehlen, in dem Sozialwissenschaftler seit Jahren von einer "neuen Armut" sprechen und die Sozialetats der Länder, Städte und Gemeinden dermaßen strapaziert sind, dass überall Leistungen gekappt werden.

In den letzten Jahren drängten so viele Menschen wie nie zuvor aus allen Teilen der Welt nach Deutschland und Europa. Hunderttausende von Zuwanderern, Bürgerkriegs- und Armutsflüchtlingen suchen eine neue Heimat.

Tief sitzt im Land, weit über die konservativen Kreise hinaus, die Furcht vor "Überfremdung" - gepaart mit der Angst, den schwindenden Wohlstand mit immer mehr Zugezogenen teilen zu müssen.

Unter Experten herrscht Einigkeit, dass ein Einwanderungsgesetz den Andrang nach Deutschland und Europa nicht stoppen, wohl aber zumindest teilweise steuern kann. Geregelte Einwanderung brächte innenpolitischen Spielraum, denn es geht um Fundamentales: Welche Zuwanderer braucht das Land? Wie viele Zuwanderer verträgt es? Und vor allem: Wie lassen sie sich so integrieren, dass beide Seiten davon profitieren?

Das Unterrichtsmagazin "Einwanderungsland Deutschland?" beschreibt die demographische Entwicklung in Deutschland und die quälende Diskussion um das Zuwanderungsgesetz. Es untersucht die Herkunft der Europäer und der Deutschen und zeigt, wie vielfältig andere Kulturen seit jeher auf das "christliche Abendland" eingewirkt haben. Neben der Darstellung der realen Lebenssituation der Immigranten in Deutschland wird ein Blick in die Zukunft des Landes geworfen, wenn es denn in der Lage ist, die Chancen der ethnischen Vielfalt zu nutzen.

Aus methodischen Gründen enthält das Unterrichtsmagazin Texte aus unterschiedlichen Medien: Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und aus dem Internet. Um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken, wird neben den Texten auf weiterführende Seiten im Internet verwiesen. Unter www.schule.spiegel.de bietet das Dossier zusätzliche Informationen zum Thema "Einwanderungsland Deutschland?". Besonders die Entwicklung im Zusammenhang mit dem Zuwanderungsgesetz wird im Dossier weiter verfolgt.

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