Fragen an Jurek Becker - DER SPIEGEL
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Fragen an Jurek Becker

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL:

"Warnung vor dem Schriftsteller" klingt wie "Warnung vor dem Hund" und erinnert an Exkanzler Erhards Hochhuth-Beschimpfung "Pinscher".

Becker: Daran habe ich keine Sekunde gedacht. Es handelt sich eher um eine Art Verbraucheraufklärung. Bücher sind nicht immer so umweltfreundlich, wie es den Anschein hat.

SPIEGEL: Vor dem Schriftsteller wird auch in der DDR, Ihrer Heimat, gewarnt. Er geht dann in die Bundesrepublik. Wird sich das ändern?

Becker: Gewarnt wird weiter werden. Ausgereist wird weiter werden, bis es eine längst fällige neue Kulturpolitik gibt. Das kann aber dauern.

SPIEGEL: Leben Schriftsteller hier bisweilen genauso gefährlich wie der vom Iran verfolgte Salman Rushdie?

Becker: Höchstens als Oftflieger, Alkoholiker oder Vielesser.

SPIEGEL: Und wie ist es mit dem Autor von "Liebling - Kreuzberg"? Hat der es auch so schwer?

Becker: Ich warne ja nicht vor mir.