Halmstad: Der neunjährige Schwede August wird von Elch attackiert - DER SPIEGEL
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Elchattacke in Schweden: "Ich dachte, er will nur spielen"

Foto: Klas Sjöberg

Attacke auf schwedischen Grundschüler Ich glaub, mich tritt ein Elch

Viele Touristen träumen davon, einmal einen Elch zu sehen. Der neunjährige Schwede August sah auf dem Weg zur Schule gleich eine ganze Familie. Die Tiere umzingelten und attackierten ihn. "Es hat gar nicht so wehgetan", sagt er nun. Einem der Elche vermutlich schon. Er ist inzwischen tot.
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Am Mittwoch nahm August sein Fahrrad und fuhr zur Schule. Wie jeden Morgen. Doch an diesem Tag passierte etwas, das den Jungen zu einer sehr gefragten Person in Schweden gemacht hat. Er hat inzwischen so viele Interviews gegeben, dass sein Vater sagt: Wir können nicht mehr.

August ist neun Jahre alt und wohnt in Halmstad, Südschweden, rund 59.000 Einwohner leben hier und etwa zehn Elche. Vier davon hat August an diesem Mittwochmorgen getroffen, einer ist inzwischen tot.

Was an diesem Mittwochmorgen passierte, hat der Junge inzwischen schon oft erzählt, im "Sveriges Radio" klingt er noch verstört, spricht stockend. Er sagt Sätze wie: "Ojojoj, ich dachte, wenn ich jetzt hinfalle, dann muss ich sterben." Für die schwedische Zeitung "Expressen" spielt er später sein Treffen mit den Elchen nach. Da erzählt der kleine, schmächtige August mit seinen großen blauen Augen und der großen Mütze schon wie ein erfahrener Abenteurer von seinem Kampf ums Überleben.

"Ich dachte, er will nur spielen"

An dem Morgen wollte er wie immer über den Radweg fahren, vorbei an der Wiese und der Vorschule. Doch dann sah August diese Elchfamilie und blieb stehen, erst waren die Tiere noch ein paar Meter entfernt auf der Wiese. Dann stellte sich die Elchkuh auf die Straße, gefolgt von ihren Kindern, eins davon ein großes Jungtier. August überlegte, auf einen kleinen Hügel zu fliehen, etwa eineinhalb Meter hoch, bewachsen mit ein paar Gräsern. Er traute sich nicht, dachte, er würde dort attackiert. Also blieb auf der Straße stehen, "ganz verschreckt", wie er erzählt, ihm gegenüber das Jungtier. Es kam näher, stupste seine rechte Schulter an, stellte sich auf die Hinterbeine und traf August in den Rücken. Einmal, zweimal, dreimal, viermal. "Ojojoj, was soll ich jetzt tun?", habe er gedacht. "Ich dachte, er will nur spielen", sagte der Junge später dem Fernsehsender SVT. Und, ganz tapfer: "Es hat gar nicht so wehgetan." Dann lief August zur Vorschule, zu aufgeregten Erziehern, einer hatte die Szene mit seinem iPad gefilmt.

August rief von dort seine Mutter an, er musste um ein Telefon bitten, sein iPhone hatte der Elch getroffen, seitdem ziehen sich viele weiße, kleine Risse über die Rückseite. Immerhin konnte August vorher noch ein verwackeltes Foto machen von dem Tier, groß, majestätisch mit kleinem Geweih. Als Erinnerung.

Das Tier und seine Familie sind in Halmstad bereits bekannt. Der Jäger Tobias Härstedt ist in der Stadt zuständig für Natur- und Tierschutz, er sagte SPIEGEL ONLINE, die vier Tiere würden sich häufiger im Wohngebiet herumtreiben. Sie hätten kaum noch Angst vor Menschen, sagt er. Warum das Jungtier auf August losgegangen ist, könne er sich nicht erklären.

Aber wenn er es einmal getan hat, würde er es nicht wieder tun? Also holte sich Härstedt eine Genehmigung von der Polizei und erschoss das Jungtier. Seiner Familie soll das eine Lehre sein: Die Tiere seien jetzt hoffentlich etwas zurückhaltender Menschen gegenüber, schreibt die Stadt auf ihrer Facebook-Seite.

Der Tod des Elchs kommt natürlich nicht überall gut an, und das obwohl in Schweden jährlich Tausende Elche erschossen werden. Elche, die in Wäldern leben und nicht mit Kindern spielen wollen. "Oh Gott, wie furchtbar. Hättet ihr nicht anders reagieren können? Die arme Elchfamilie", schreibt jemand auf der Facebook-Seite. Einen anderen, einen Feinschmecker vermutlich, treibt eine andere Frage um: "Was macht ihr mit dem Fleisch?"

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