Jugendkultur: Editorial - DER SPIEGEL
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Jugendkultur Editorial

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In einer zunehmend vernetzten Welt kann die innere Sicherheit eines Staates nicht losgelöst von seiner äußeren Sicherheit betrachtet werden. Auseinandersetzungen über neue Sicherheitserfordernisse und Sicherheitserwartungen stellen zudem die Politik vor Herausforderungen, die letztlich zu einer Transformation der Demokratie in ihrer sozialstaatlichen wie rechtsstaatlichen Ausgestaltung führen können. Wie werden sich Staat und Gesellschaft unter diesem Druck verändern? Die vier Kapitel des Heftes orientieren sich an dieser Fragestellung.

Jugendliche können die Gesellschaft, in die sie hineinwachsen, als Potential oder als Problem wahrnehmen, und umgekehrt kann die Gesellschaft die Heranwachsenden als Potential oder Problem wahrnehmen. Dieses Unterrichtsmagazin möchte Schülerinnen und Schüler für beide Perspektiven interessieren. Es analysiert darin exemplarisch den sozialen Wandel der Gesellschaft.

Typische Merkmale und Trends in der Gesellschaft spiegeln sich in der Lebenswelt Jugendlicher wider, wecken Erwartungen (Kapitel I), stellen Anforderungen (Kapitel II), bedeuten Risiken (Kapitel IV). Die Gesellschaft zeigt sich hier jeweils der jungen Generation als Konkurrenzgesellschaft (I), als Wissensgesellschaft (II), als Risikogesellschaft (IV) - und die Jugendlichen reagieren auf den Druck. Sie nehmen ihn als Druck der Individualisierung wahr - als Chance, aber auch als Zumutung. In den Medien und Szenen ihrer Jugendkultur spiegelt sich diese ambivalente Herausforderung (Kapitel III). Hier wird experimentiert mit Musik, Mode und Identität - soweit man mithalten kann auf dem kommerzialisierten Markt der Möglichkeiten. Denn auch darin spiegelt sich ein Grundzug der modernen Gesellschaft: Es gibt die, die mithalten können, und die, die abgehängt werden. Die alte soziale Frage stellt sich am Schluss des Heftes als neue Frage nach der sozialen Segregation: Wollen wir eine Gesellschaft der Winner und Loser?

Das vorliegende Heft enthält Texte aus unterschiedlichen Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Internet. Ergänzende Informationen durch Grafiken und die Anregungen für den Unterricht bieten eine Basis für eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Thema.