Nach dem Pisa-Alarm: Sechs, setzen! - DER SPIEGEL
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Nach dem Pisa-Alarm Sechs, setzen!

Als deutsche Schüler bei der Pisa-Studie so verheerend abschnitten, war das Geschrei groß und kam aus allen Ecken - aus Unternehmen und Parlamenten, Lehrerzimmern und Redaktionen. Aber auch die Bevölkerung reagierte erschrocken. Das belegt jetzt eine repräsentative Allensbach-Umfrage.
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"Das Ergebnis der Studie ist alarmierend. Es zeigt, dass die Ausbildung an unseren Schulen nur ungenügend ist." Diese beiden vom Allensbacher Institut für Demoskopie formulierten Sätze haben knapp zwei Drittel der Bundesbürger sofort unterschrieben. Sie gaben dem deutschen Schulsystem eine glatte Sechs - und zwar nach Pisa, nach der Schrecksekunde für das deutsche Bildungssystem, die jetzt gut drei Monate dauert.

Nur ein Viertel der befragten Bürger haben sich ihre Lockerheit erhalten und wollen die Lage nicht dramatisieren. Hingegen gaben zwei Drittel der Deutschen bereits bei einer frühren Umfrage vor acht Jahren zu Protokoll, dass die Schulen in der Bundesrepublik kränkeln. Inzwischen melden sogar 80 Prozent der Deutschen Zweifel daran an, dass den Schülern wirklich Wissenswertes vermittelt wird.

Als habe die Pisa-Studie ihnen die Augen geöffnet, glaubt inzwischen über die Hälfte der Bundesbürger, dass eine breite Allgemeinbildung für ihre Kinder wichtiger ist als die konkrete Vorbereitung auf das Berufsleben. Das sehen auch überraschend viele Führungskräften in Wirtschaft und Verwaltung so - dort pochen sogar zwei Drittel auf den unverzichtbaren Wert breiter Allgemeinbildung.

Die Kritik fängt bei den Befragten aber nicht unbedingt im eigenen Land an: In Bayern und Baden-Württemberg sind auch nach der internationalen Pisa-Untersuchung noch gut ein Drittel der Bürger mit dem Schulsystem rundum zufrieden. Das krasse Gegenteil in der Hauptstadt: Neun von zehn Berliner stößt die Situation der Schulen sauer auf.