Rauchen auf dem Schulhof Französisches Gericht prüft Ausnahmeerlaubnis nach den Anschlägen von Paris
Raucher auf dem Schulhof
Foto: Holger Hollemann/ picture alliance / dpaAuf Frankreichs Schulhöfen ist das Rauchen eigentlich schon seit zehn Jahren verboten. Wer rauchen will, muss das Schulgelände verlassen. Fertig.
Doch nach den Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten lockerte die Regierung in Paris die Vorgaben. Innen- und Bildungsministerien verschickten einen Brief, in dem sie den Schulleitern erlaubten, eine vorübergehende Raucherlaubnis auf den Schulhöfen zu erteilen. So soll verhindert werden, dass sich Schüler zum Rauchen vor dem Schulgebäude versammeln und womöglich ein Anschlagsziel bilden.
Zwei Antitabakorganisationen halten das allerdings für illegal. "Der Tod kommt nicht sofort, aber jeden Tag sterben 200 Menschen an den Folgen von Tabak", sagte Gérard Audureau von der Organisation Rechte der Nichtraucher. Es gebe zahlreiche Beschwerden von Elternvertretern und Lehrern.
Seit Mittwoch befasst sich nun das Verwaltungsgericht von Cergy-Pontoise nahe Paris mit dem Verhalten der Raucher auf dem Gelände eines Gymnasiums. Die beiden Antitabakorganisationen reichten einen Eilantrag ein. Sie halten die Raucherlaubnis für gesetzwidrig. Ein Urteil wird für Anfang kommender Woche erwartet. Die Kläger erhoffen sich von dem Richterspruch eine Signalwirkung.
Die beiden klagenden Organisationen sind auch vor das Pariser Verwaltungsgericht gezogen, dort wird am 9. Mai ein Urteil erwartet.