Schüler: Außenseiter werden später öfter krank - DER SPIEGEL
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Schüler Außenseiter werden später öfter krank

Wer zu den beliebten Schülern zählte, bleibt als Erwachsener gesünder als früh ausgegrenzte Mitschüler. Eine schwedische Langzeitstudie zeigt: Außenseiter in der Klasse haben deutlich öfter ernsthafte Krankheiten. Höher ist auch ihr Risiko, drogenabhängig oder geisteskrank zu werden.
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In jeder Schulklasse gibt es eine Hackordnung: Da sind die, die mit Papierkügelchen schießen - und die, die am häufigsten als Zielscheibe herhalten müssen. Und dazwischen all jene, die mal munter mitmachen, mal selbst ins Visier geraten. Oft bleibt es nicht bei Papierkügelchen: Mobbing ist an den Schulen ein ernstes Problem, viele Opfer leiden über Jahre erheblich unter kleinen oder großen Grausamkeiten ihrer Mitschüler.

Laut einer schwedischen Studie besteht zwischen dem Status eines Schülers und seiner späteren Gesundheit ein Zusammenhang. Erwachsene, die in der Schule Außenseiter waren, werden demnach häufiger krank. Wer am Ende der Rangordnung stand, kommt später wegen körperlicher oder geistiger Krankheiten öfter ins Krankenhaus.

Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Langzeitstudie der Universität Stockholm hervor, für die Forscher die Entwicklung von über 14.000 Kindern des Jahrgangs 1953 von 1966 bis zum Jahr 2003 verfolgt haben. Dafür fragten sie nach den sozialen Bindungen zur Schulzeit.

1966, als die Kinder in die sechste Klasse kamen und zwischen 12 und 13 Jahren alt waren, wurde ihre Popularität, Leistungsfähigkeit und ihr Status innerhalb der Klasse untersucht. Dazu wurden sie gefragt, mit wem sie in der Schule am liebsten zusammenarbeiteten.

Außenseiter wurden doppelt so häufig geisteskrank

Aus den Antworten stellten die Forscher ein Ranking auf: Von Außenseiter (von keinem Mitschüler genannt) bis Liebling (von sieben oder mehr Mitschülern genannt) wurden die Schüler in fünf Kategorien eingeteilt. Den späteren Gesundheitszustand ihrer Testpersonen ermittelten die Wissenschaftler anhand von Daten aus der nationalen Kartei zur Erfassung von Krankenhausaufenthalten aus den Jahren 1973 bis 2003.

Daraus ergab sich, dass die am wenigsten populären Schüler später das höchste Risiko für ernsthafte Erkrankungen hatten. Viermal häufiger in Krankenhäusern behandelt als beliebtere Mitschüler wurden schulische Außenseiter demnach als Erwachsene etwa wegen hormoneller Erkrankungen wie Diabetes, Stoffwechselkrankheiten oder Ernährungsstörungen.

Zudem wurden von den wenig akzeptierten Schülern später mehr als doppelt so viele geisteskrank oder waren verhaltensauffällig. So unternahmen sie mehr Selbstmordversuche und Selbstverletzungen. Außenseiter in der Schule wurden außerdem später deutlich häufiger drogen- oder alkoholabhängig und erlitten neunmal häufiger Herzkrankheiten.

Das Muster, dass Außenseiter später stärker zu Erkrankungen neigen, stimmte bei Frauen und Männern überein; der Studie zufolge gab es allerdings Unterschiede in der Art der Krankheiten. Als möglicher Einflussfaktor wurde die soziale Herkunft der Schüler nicht berücksichtigt.

bim/AFP

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