Schülerzeitungen: Unsere Besten - DER SPIEGEL
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Schülerzeitungen Unsere Besten

Sie haben mit dem "Erfinder der Jugend" gesprochen, eine 14-jährige Mutter porträtiert und den Computer als Spielplatz fotografiert. 812 Schülerzeitungs-Macher nahmen am elften SPIEGEL-Wettbewerb teil. SPIEGEL ONLINE zeigt die schönsten Titelbilder und besten Reportagen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Teddy-Bär ist auf dem Bild zu sehen, in in der Hand hält der Teddy eine Flasche Wodka. "Flaschenkinder" haben die Schüler Maren Lachmund und Patrick Mewes darunter geschrieben und das Bild auf der Titelseite ihrer Schülerzeitung "Der Spargel" abgebildet.

Das Cover überzeugte - zu Hause, am Erich-Kästner-Gymnasium in Laatzen. Und in Hamburg, beim SPIEGEL. Die Juoren des elften SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerbs kürten die "Flaschenkinder" zum Sieger in der Kategorie Titelbild. Maren Lachmund und Patrick Mewes gehören damit zu den 91 Gewinnern des jährlichen Kräftemessens der Schülerzeitungs-Macher.

Der Gesamtsieger ist ein alter Bekannter. "Rückenwind", die Schülerzeitung des Adalbert-Stifter-Gymnasiums aus Passau gewann den Wettbewerb 2004, wurde 2005 Zweiter und im letzten Jahr Dritter. "Unglaublich, dass wir schon wieder vorn liegen", sagt Chefredakteur Raphael Geiger, 17. Reporter seiner Zeitung begleitete eine Drogenabhängige durch Amsterdam, sprachen mit dem Kapitän des Flüchtlingsschiffs "Cap Anamur" und erzählten die Geschichte eines schwulen Mitschülers, der sich mit seinen Eltern verkrachte.

Die Siegerin in der Kategorie Reportage, Kathrin Bauer vom Ruperti-Gymnasium in Mühldorf am Inn, porträtierte für ihre Schülerzeitung "Innfloh" eine 14-Jährige, die ungewollt schwanger wurde. Sie erzählt von der Angst des Mädchens, dem Freund, der die Schülerin sitzen lässt, und vom Glück, Mutter zu sein. "Der Autorin ist eine hervorragende Reportage gelungen, die den Leser bis zur letzten Zeile in den Bann schlägt", urteilte die Jury.

Auch Arne Semsrott, 19, ist wieder mit unter den Preisträgern. Der Hamburger errang mit der Schülerzeitung "Sophies Unterwelt" letztes Jahr den zweiten Platz. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte er jedoch aus einem anderen Grund: Seine Zeitung wurde an seinem Gymnasium, der Sophie-Barat-Schule, einer katholische Privatschule, verboten. Semsrott und seine Kollegen verkauften das Magazin daraufhin außerhalb des Schulgeländes - als Kiosk diente ein Dixi-Klo.

Mittlerweile hat Semsrott die Schule gewechselt. Seine prämierte Reportage "Dorfidylle" über ein geplantes Schulungszentrum für junge Rechtsradikale schrieb er für den "Atheisten", die Schülerzeitung des Albrecht-Thaer-Gymnasiums in Hamburg.

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