Wetterchaos Schnee fällt, Schule fällt aus
Schlittenfahren statt Schule
Foto: Thomas Warnack/ dpaSchneeregen, Windböen und glatte Straßen haben in vielen Bundesländern am Freitag nicht nur den Verkehr lahmgelegt, sondern auch für Schulausfall gesorgt.
Nachdem vergangene Nacht das Sturmtief "Egon" übers Land gezogen ist, konnten zum Beispiel in Unterfranken einige Schulbusse die Kinder nicht wie vorgesehen zum Unterricht bringen. An fünf Orten in den Landkreisen Bad Kissingen, Main-Spessart und Aschaffenburg hätten Busse Schulen nicht erreichen können, es habe aber keinen kompletten Unterrichtsausfall gegeben, teilte ein Sprecher mit.
Zumeist seien die Schüler zu nahe gelegenen, erreichbaren Schulen gebracht worden. "Die Betreuung der Schüler in einer Schule war immer sichergestellt", sagte der Sprecher.
Auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen fällt an vielen der Unterricht aus, im Odenwaldkreis sogar an allen. In Niedersachsen können in sechs Landkreisen sowie in der Stadt Lüneburg alle Schüler zu Hause bleiben.
Teils chaotische Zustände auf den Straßen
Von Bundesland zu Bundesland ist es unterschiedlich geregelt, wer entscheidet, ob die Kinder durch Schnee und Eis zur Schule geschickt werden. Das können die Schulleiter sein, das Ministerium - oder gar die Eltern selbst. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen liegt die Entscheidung bei den Schulleitern.
In der Nacht hatte das Tief Deutschland von Westen her erreicht. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz fegte der Wind teils mit Orkanstärke über das Land und entwurzelte Bäume. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen. Es habe seit Mitternacht massive Probleme mit dem Sturm gegeben, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken.
In Baden-Württemberg gab es mehr als 400 Polizeieinsätze. Wie Sprecher der zwölf Polizeipräsidien mitteilten, ging es überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Bauzäune und Verkehrsschilder, die der Sturm mitriss. Die meisten Einsätze wurden aus dem Polizeipräsidium Heilbronn gemeldet. Laut einem Sprecher mussten die Beamten seit null Uhr 126 Mal ausrücken. Er sprach von zum Teil "chaotischen Zuständen" auf den Straßen.