Schulen Verschärftes Rauchverbot
Berlin untersagte den Pausenqualm bereits im Sommer dieses Jahres per Parlamentsbeschluss, in Hessen hat das vergangene Woche verkündete Verbot sogar Gesetzesrang. Hamburg und Bayern möchten diesem Beispiel folgen, während Bremen zunächst auf Freiwilligkeit baut, sich dem harten Kurs aber notfalls anschließen will.
Dagegen gibt es - vor allem in den ostdeutschen Ländern - der rigiden Linie noch eindeutig zuwiderlaufende Vorstellungen. "Wir befürchten, mit einem Verbot genau das Gegenteil zu erreichen", erklärt etwa Sachsens Kultusminister Steffen Flath (CDU).
Tatsächlich zeigen Erfahrungen in Berlin, dass die Schüler nun häufiger außerhalb der Schulhöfe rauchen. Solche Einwände will die parteilose Hamburger Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig aber nicht gelten lassen: Wissenschaftliche Untersuchungen, wendet sie ein, hätten gezeigt, dass es "mit gutem Zureden und Aufklärungskampagnen nicht getan" sei.
Es gebe "massenhaft" Belege dafür, dass eine restriktive Politik zu deutlich weniger Zigarettenkonsum führe, meint auch Helmut Gohlke von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der seit Jahren in den Kultusministerien für ein Verbot wirbt. In Kalifornien rauchten lediglich 8 Prozent der Jugendlichen, in Deutschland rund 40 Prozent. In kaum einem anderen europäischen Land gibt es mehr jugendliche Raucher als in der Bundesrepublik.