Sechs Wochen auf dem Atlantik: 14-Jähriger segelt in die Rekordbücher - DER SPIEGEL
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Sechs Wochen auf dem Atlantik 14-Jähriger segelt in die Rekordbücher

Michael Perham, 14, ist der jüngste Atlantik-Überquerer aller Zeiten. Als Einhandsegler schipperte der englische Schüler 6400 Kilometer von Gibraltar in die Karibik. Nach sechs Wochen mit Sturm, Haien und einer frechen Kröte lief er heute in den Hafen von Antigua ein.
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Wenn die anderen Schüler der zehnten Klasse der Chancellor's School im mittelenglischen Hatfield in dieser Woche aus den Weihnachtsferien zurückkehren, wird keiner von ihnen über eine so abenteuerliche Auszeit erzählen können wie Michael Perham.

Der 14-Jährige nämlich wird ab sofort in den Rekordbüchern des Segelsports erwähnt werden: Er ist der jüngste Mensch, der allein auf einem Einhandsegler den Atlantik durchschiffte. Um zehn Uhr morgens Ortszeit wurde der neue Weltrekordler Michael heute im Hafen der Karibik-Insel Antigua von seiner Familie, Regierungsvertretern, Sponsoren und mit Musik von Steel-Bands empfangen.

"Das ist ein unglaublicher Augenblick. Michael ist der berühmteste Teenager der Welt geworden und wird bestimmt Millionen junger Leute inspirieren", sagte Kizzi Nkwocha, Sprecher der Familie Perham. Der Junge sei überwältigt von dem freudigen Empfang und dem großen Interesse der Öffentlichkeit. Er habe es kaum erwarten können, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. "Erst einmal will er Freunde und Familie wieder sehen - und dann ein ordentliches Steak essen", so Nkwocha.

Zuvor trug den Titel "Jüngster Atlantik-Überquerer" der Amerikaner Seb Clover, der im Jahr 2003 im Alter von 15 Jahren in einem Ein-Mann-Boot von Antigua nach Teneriffa gesegelt war. Um ihn abzulösen, hatte sich Michael Perham von seiner englischen Schule beurlauben lassen und am 18. November auf den mehr als 6400 Kilometer weiten Weg über den großen Teich gemacht. In einem zweiten Boot folgte ihm sein Vater Peter Perham und blieb in Funkkontakt mit seinem Sohn.

Segeltörn mit Rückschlägen

Auf dem offenen Meer verlief allerdings nicht alles wie geplant. Eigentlich hatte Michael, der mit sieben Jahren anfing zu segeln, den Atlantik in vier Wochen bezwingen wollen. Doch nach einigen Tagen streikten die Navigationsinstrumente auf seiner 8,5-Meter-Yacht namens "Cheeky Monkey" (in etwa: "freche Kröte"), und Michael musste Kurs auf Lanzarote und die Kapverden nehmen. Perham Junior und Senior hatten mit schlechtem Wetter und einigen Schäden an den Schiffen zu kämpfen - einmal ging der Anker der "Cheeky Monkey" kaputt, dann wieder machte das Steuerruder des Vaters Probleme.

Auf seiner Webseite www.sailmike.com  beschrieb Michael Perham, wie er sechs Wochen lang Widrigkeiten und Einsamkeit auf hoher See bewältigen musste. "Erste Erfahrungen mit Sturmböen gemacht. Das haut einem fast die Zähne weg", schrieb er am 25. November. Im Eintrag vom 15. Dezember beschreibt der Schüler, wie er ein Seil um seine Hüfte binden und über Bord springen musste, um seine Ruderanlage freizuschneiden.

"Ich hatte oft Angst um ihn, etwa wenn er von Haien berichtete", sagte seine Mutter Heather Perham in London der Nachrichtenseite "Times Online". Die Herausforderungen aber hätten ihren Sohn schnell erwachsen werden lassen. "Wenn es ein Problem gab, musste er es lösen. Er hat bewiesen, dass er das kann, und wir sind sehr stolz auf ihn." Sie wolle ihren Sohn nicht nur zu Hause am Computer kleben sehen. "Er musste da raus und seine Ziele verfolgen. Sonst würde das Leben einfach an ihm vorbei ziehen. Ich wünschte, mehr Jugendliche hätten die Chance, so etwas zu tun", sagte Michaels Mutter.

Trotz einiger Rückschläge überwogen auch für den Teenager die positiven Eindrücke. Delphine hätten ihn einen Teil seines Weges begleitet, und fliegende Fische seien ihm manchmal regelrecht in den Schoß gesprungen, berichtete er auf seiner Webseite. "Es ist ein tolles Gefühl, auf offener See zu sein, ohne Land in Sicht", so Michael. Hin und wieder habe er sogar ein paar Hausaufgaben für die Schule erledigt.

cpa/Reuters