Schülerbandturnier SchoolJam: Von Null auf Southside
Sieger beim Schülerbandturnier SchoolJam Super, Sonic!
Mit ihnen hatten wohl wenige gerechnet - am wenigsten sie selbst: "Wir können es noch gar nicht fassen. Mit dem, was jetzt passiert, haben wir uns noch nicht beschäftigt", sagt Michael Broschek, Schlagzeuger von Sonic.The Machine - seit Samstag sind sie Deutschlands beste Schülerband.
Dabei wissen Broschek und seine Bandkollegen Oliver Veser und Luis Krüger eigentlich schon was jetzt kommt: Auftritte auf dem Southside-und dem Hurricane-Festival, Reisen nach London, Los Angeles und Shanghai, um auf den dortigen Musikmessen zu spielen. Ein ganz ordentlicher Sprung: In ihren zwei Jahren Bandgeschichte hat das Trio aus Friedrichshafen bislang 20 Auftritte rund um den Bodensee gespielt, sagt Broschek, der gerade eine Ausbildung begonnen hat. "Meist private Konzerte bei Freunden oder im Jugendhaus."
Der Weg von der Hinterhof-Bühne auf die großen Indie-Festivals führte über den SchoolJam-Wettbewerb. Dort trafen am Samstag die acht besten Schülerbands zum Finale auf der Musikmesse in Frankfurt aufeinander. Die Finalisten waren vorher in Online-Abstimmungen unter anderem auf SPIEGEL ONLINE ermittelt worden.
"Ich war megaaufgeregt, meine Knie zitterten"
Vor dem Auftritt fühlte sich Broschek gar nicht gut: "Ich war megaaufgeregt, meine Knie zitterten", sagt der 20-Jährige - kein Wunder: Ihren Song "Space" spielten sie auf einer riesigen Bühne vor über 3000 Zuschauern und einer Jury, in der Reamonn-Schlagzeuger Mike "Gommezz" Gommeringer und Xavier-Naidoo-Produzent Jules Kalmbacher saßen.
Dass ihr sphärischer Prog-Rock die Experten so begeistern würde, hätten sie nicht gedacht. "Unsere Lieder haben keine wirkliche Struktur", sagt Broschek. Kein Frontmann, kein Gesang, keine große Show: "Wir sind einfach aufgetreten, haben gespielt und sind dann wieder von der Bühne gegangen."
Vielleicht war es aber genau diese Mischung aus Melancholie und Antrieb, der Wechsel von Klangflächen und stampfenden E-Gitarren, die sie von anderen Schülerbands absetzten und ihnen den unerwarteten Sieg brachten. Und vielleicht bald noch mehr bringen wird: Ein Jurymitglied, so erzählen sie, erkundete sich bereits, ob sie schon einen Plattenvertrag hätten.
Erstmal denken Broschek, Veser und Krüger aber an die Konzerte auf drei Kontinenten, die sie in diesem Jahr spielen werden. Und an die ganz praktischen Probleme einer erfolgreichen Schülerband: "Ich denke, dass die Konzerte an Wochenenden stattfinden", sagt Broschek, "Zur Not müssen wir unsere Lernsachen eben mitnehmen."