Sparprogramm Lernen ohne Lehrer
Gedacht war das Ganze als Sparmaßnahme, geworden ist daraus ein erfolgreicher Schulversuch: An einer Schweizer Schule haben rund 60 Schüler ein halbes Jahr lang das Lernen ohne Lehrer erprobt. In den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch und Sport erhielten die Schüler zum Schuljahresbeginn lediglich einen Auftrag mit Aufgaben und Lernzielen - die Schüler konnten dann wahlweise zu Hause, in der Mediothek oder in leerstehenden Klassenräumen arbeiten.
Die Fachlehrer kamen nur einmal in der Woche zur Sprechstunde, darüber hinaus waren sie per E-Mail erreichbar. Am sogenannten Selbstlernsemester der Kantonsschule Zürcher Oberland nahmen Schüler teil, die zwei Jahre vor ihrem Abitur stehen - den 17-Jährigen könne man die nötige Selbstdisziplin bereits zutrauen, sagt der Prorektor der Schule, Martin Zimmermann. Die Versuchsschüler hätten bei Prüfungen genauso gut abgeschnitten wie ihre herkömmlich unterrichteten Kameraden.
Die Schule hatte den lehrerlosen Unterricht ursprünglich eingeführt, um die strengen Sparvorgaben des Kantons erfüllen zu können - das ist bisher allerdings nicht gelungen. Erst im nächsten Schuljahr, wenn noch mehr Schüler lehrerlos lernen, wird auch der Spareffekt einsetzen.