Terrorismus Editorial
Das Phänomen des Terrorismus
, ist keineswegs neu. Bereits in der Antike philosophierten griechische und römische Denker über die Legitimation des Tyrannenmordes. Im Russland des 19. Jahrhunderts vertrat der Anarchist Michail A. Bakunin die Auffassung,dass die "Lust an der Zerstörung auch ein schöpferischer Drang" sei. Und in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekämpfte die Rote Armee Fraktion das politische System der Bundesrepublik mit mörderischen Anschlägen.
Die Angriffe vom 11.September 2001 in New York und Washington stellten eine Zäsur dar. Der Begriff Terrorismus bekam eine neue, emotionale Bedeutung und der Kampf gegen den internationalen Terrorismus eine völlig neue Dimension. Die amerikanische Regierung reagierte nach den Anschlägen umgehend und rüstete für den "Krieg gegen den Terrorismus". Präsident George W.Bush forderte die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft, indem er bereits wenige Tage nach dem Anschlag verkündete: Entweder ihr seid auf unserer Seite, oder ihr seid auf der Seite der Terroristen.
Zwei Jahre danach opponierte das "alte Europa" gegen die USA. Vor allem Frankreich, Deutschland und Russland widersetzten sich einem Feldzug ohne Uno-Mandat gegen den von den USA zum "Terroristen" stilisierten Saddam Hussein, der die Welt angeblich mit Massenvernichtungsmitteln bedrohte. Der Krieg gegen den Irak führte zu einer schweren Krise der transatlantischen Beziehungen.
Das Unterrichtsmagazin "Terrorismus" analysiert vor allem den religiös motivierten "neuen Terrorismus" unserer Tage. Es beschreibt die Probleme einer eindeutigen Begriffsbestimmung und die Schwierigkeiten der Berichterstattung über Terrorakte. Darüber hinaus untersuchen die Autoren das komplexe Ursachengeflecht für religiös motivierte Attentate und präsentieren Vorschläge, wie die Staatengemeinschaft reagieren sollte. Exemplarisch werden außerdem historische Terror-Beispiele seit der Französischen Revolution vorgestellt.
Aus methodischen Gründen enthält das Unterrichtsmagazin Texte aus unterschiedlichen Quellen: Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Internet. Um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken, wird bei einigen Texten auf die Fundorte der Langfassung im Internet verwiesen. Unter Dossier finden sich außerdem weitere Informationen zum Thema.