US-Colleges: Problemfall Pille - DER SPIEGEL
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US-Colleges Problemfall Pille

Bislang bekamen Studentinnen an US-Unis die Pille und andere Verhütungsmittel zum Sonderpreis. Doch das ist nun vorbei. Experten befürchten deswegen, dass die jungen Frauen nun gar nicht mehr verhüten. Dabei sehen die Studentinnen selbst das Problem recht gelassen.
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Mehrere Millionen College-Studenten in den USA müssen sich auf höhere Preise für Verhütungsmittel einstellen. Bisher hatten Pharma-Hersteller den Gesundheitszentren an US-Bildungseinrichtungen besondere Rabatte gewährt - weil sich diese Ermäßigungen für die Hersteller durch niedrigere Steuern rentierten. Dieser Vorteil fällt nach einer Gesetzesänderung nun weg.

"Das ist ein großes Problem für unsere Studierenden", sagt Hugh Jessop von der Indiana University. "Es gibt hier Studentinnen mit zwei Kindern und zusätzlich einem Job. Für so jemanden ist es ein großer Schock, wenn die Preise für die Pille auf das Doppelte oder noch mehr ansteigen." Monatspackungen, die an der Indiana University früher zehn US-Dollar gekostet hatten, müssen nach dem Wegfall der Rabatte jetzt für 22 Dollar verkauft werden, bedauert Jessop. Die Kansas State University meldet sogar einen Sprung von zehn auf 30 Dollar. Jessop befürchtet, dass angesichts dieser Entwicklung die weite Verbreitung der Pille zurück gehen könnte.

Nach einer Studie der American College Health Association (ACHA)benutzen fast 40 Prozent der US-College-Studentinnen die Pille. "Die Preiserhöhung ist schrecklich, sie trifft Studentinnen, die sich ohnehin schon sehr anstrengen müssen, um die immer weiter steigenden Gebühren und Lebenshaltungskosten aufzubringen", sagt Linda Lekawski von der University of Texas.

Viele Studentinnen allerdings reagieren auf die Preiserhöhung gelassen. "Wer wirklich will, wird auch eine Möglichkeit finden, die Pille zu finanzieren", meint Studentensprecherin Betsy Henke von der Indiana University. Trotzdem fürchtet sie, "dass eine solche Preiserhöhung auch unerwünschte Effekte haben wird." Eine Sorge, die auch die ACHA teilt. Sie will bei der US-Regierung darauf drängen, die Arznei-Rabatte für Bildungseinrichtungen wieder zu ermöglichen.

chs/him/AP