US-Schüler: "Chinesisch ist ein Hit" - DER SPIEGEL
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US-Schüler "Chinesisch ist ein Hit"

Die sonst als Fremdsprachenmuffel bekannten US-Amerikaner lassen ihre Kinder büffeln. Aber nicht Spanisch oder Französisch, sondern Mandarin. An den Schulen sind Chinesischkurse extrem gefragt - so sehr, dass es schon an Lehrern fehlt.
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Hamburg – Immer mehr Eltern in den USA schicken ihre Kinder in den Chinesisch-Unterricht, um sie fit zu machen für die Kommunikation mit Menschen aus dem wirtschaftlichen Gigantenstaat in Asien. "Eltern und Schulen beginnen, es als große Chance zu sehen", sagt Michael Levine, Vizepräsident der Asia Society mit Sitz in New York. "Die chinesische Sprache ist extrem gefragt im Moment."

Viele Schulen im ganzen Land kommen dem Bedarf nach Unterricht in Mandarin, dem Hochchinesisch, kaum nach. Es ist die meist gesprochene Sprache der Welt. Trotzdem sagt Levine: "Die große Frage ist: Woher bekommen wir genug hoch qualifizierte Lehrer?" Nach Angaben der Asia Society bieten bereits 300 bis 400 Schulen in den USA Chinesisch-Unterricht für 25.000 bis 50.000 Schüler an, und viele weitere Schulen warten darauf, die finanziellen Mittel dafür genehmigt zu bekommen.

Linda Goldberg, Direktorin einer Grundschule in der Nähe von Washington, lässt schon seit 1996 Chinesisch unterrichten. Die Fächer Lesen, Gesellschaftskunde und Sprache lernen die Kinder auf Englisch, Mathematik und Sachkunde auf Chinesisch. "Der Chinesisch-Unterricht ist ein Hit", sagt Goldberg. "Wir leben in einer globalen Gesellschaft, und die beschränkte Sichtweise 'Englisch zuerst' gilt nicht mehr." Die Plätze in den Kursen müssten teilweise ausgelost werden.

"Welchen Weg meine Kinder auch immer einschlagen werden, es wird wertvoll für sie sein", sagt Diana Conway, die ihre Kinder in den chinesischsprachigen Unterricht geschickt hat. "Französisch ist eine wundervolle Sprache, und es hilft dir in Europa und Afrika, aber es wird dir keine Türen nach Asien öffnen", erklärt Conway im Bericht.

Doch nicht nur in den Schulen ist Chinesisch gefragt. Auch chinesischsprachige Kindermädchen und Au Pairs werden mit Angeboten überschüttet. In New York sind sie so begehrt, dass manche mehr als 20.000 Dollar über dem durchschnittlichen Gehalt eines Kindermädchens verdienen. Manchmal überbieten sich sogar Familien gegenseitig, um eine chinesischsprachige Betreuung für ihr Kind zu gewinnen.

tno, AFP

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