Zeugnisvergabe Sitzenbleiber attackiert Direktor mit Messer
Es sollte eine Aussprache über schlechte Schulnoten werden, am Ende kamen Polizei und Sanitäter. Ein 15-jähriger Schüler aus Biberach bei Ulm hat am Mittwoch mit einem Messer seinen Direktor angegriffen und leicht verletzt. Bei der Schule handelt es sich um die Dollinger-Realschule mit rund tausend Schülern.
Frust über schlechte Noten kommt zum Schuljahresende häufig vor, zu Gewalt kommt es dabei höchst selten. Hin und wieder glauben Schüler allerdings, schlechte Noten ließen sich gewaltsam aus der Welt schaffen oder wenigstens verheimlichen.
Was im oberschwäbischen Biberach mit einer Attacke endete, hatte recht harmlos begonnen: Der Schüler hatte um ein Gespräch mit dem Direktor seiner Realschule gebeten, weil er in diesem Jahr die Versetzung nicht geschafft hat und die achte Klasse wiederholen soll. Der Wunsch wurde ihm für den letzten Schultag vor den Sommerferien gewährt, der Direktor und eine Lehrerin empfingen den Jungen am Mittwochmorgen.
Während der Aussprache zog der Sitzenbleiber dann plötzlich ein Küchenmesser und griff den Direktor an. Der Schüler verletzte den 41-jährigen Pädagogen oberflächlich an der Brust; Lebensgefahr bestand nach Angaben der Polizei nicht.
Einer ebenfalls anwesenden Lehrerin gelang es dennoch, den Jungen zu beruhigen. Er setzte sich hin und wartete nach seinem Messerangriff ab, bis die Polizei eintraf. Rettungssanitäter brachten den verletzten Direktor vorsorglich in ein Krankenhaus, den Jungen nahmen die Polizisten fest.
cht/AP/dpa