Soft Skills: Die Schein-Engagierten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Soft Skills Die Schein-Engagierten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie sozial engagiert sind deutsche Studenten wirklich? Auf den ersten Blick kommt die jüngst veröffentlichte Umfrage des Hochschul-Informations-Systems unter 4025 Studenten zu einem lobenswerten Ergebnis: Zwei Drittel der Studierenden engagieren sich nach eigener Aussage gesellschaftlich. Doch der Schein trügt. Meist handelt es sich lediglich um Gelegenheitseinsätze. Nur die wenigsten bringen sich regelmäßig mehrmals pro Woche für den guten Zweck ein, und das vor allem im Jugend-, Sport- und Freizeitbereich (33 Prozent) und in der Politik (32 Prozent). Um Soziales kümmern sich indes nur 24 Prozent, um Kunst und Kultur 11 Prozent. Hinzu kommt, dass die Studenten zu erheblichen Anteilen ihren gesellschaftlichen Einsatz recht privat halten, sie spielen in der eigenen Band oder unterhalten einen Lesekreis.

Bei Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International helfen lediglich vier Prozent mit. Und auch die Gewerkschaften zählen mit einem Prozent zu den Organisationen, die nur wenige Studenten begeistern.

Als Motive für den gesellschaftlichen Einsatz wurden am häufigsten eher egoistische Gründe genannt. Anscheinend nutzen viele ihre Tätigkeit bewusst, um bestimmte Schlüsselkompetenzen vorzeigen zu können, die den späteren Berufseinstieg erleichtern sollen.