Alcopops Die Schule der Trunkenheit
Damit das erst mal klar ist: Alkohol ist eine gefährliche Droge. Sie gehört nicht in die Hand von Kindern, Jugendlichen - und auch nicht von Studenten! Gerade die Großen des Geistes waren immer gefährdet, einen großen Teil desselben aus der Flasche zu beziehen. Lichtenberg. Hemingway. Hans Fallada! Der flüchtige Ruhm wurde oft mit einem bitteren Ende bezahlt. Also, null Promille, Professor!
Andererseits: Gerade die deutsche Studentenschaft blickt auf eine stolze Trinktradition zurück. Brauchte die Elite der Nation früher noch das zeremonielle Kommando-Saufen in vollem Wichs, glucksen heute die saftigen Alcopops zwanglos durch die Kehle. Schon mit drei Fläschchen der trendigen Mixtur ist unauffällig der Pegel von sechs Schnäpschen eingetankt. Doch jetzt will die rot-grüne Reformregierung eine Extrasteuer auf die populären Alks erheben, plus Pfand natürlich.
Vorsicht, Kanzler. Im internationalen Trinktest torkelt das deutsche Bildungssystem - wie üblich - ohnehin ganz hinten an der Theke. Unbestrittene Supersaufmacht sind nach dem Zusammenbruch des wodkaseligen Sowjetsystems - die USA. Amerikanische Studenten setzen die weltweiten Trends. Derzeit ist Jägermeister der Kulttrank zwischen Harvard und Berkeley, während deutsche Hochschüler das Kräutergebräu bisher nur im Krankheitsfall einnehmen. Sollen sie jetzt etwa wegen Rot-Grün auf die Wald-und-Wiesen-Tropfen ausweichen? Oder gar nicht saufen?
Auch gefährlich, lehrt das große Vorbild USA. Nach einem Kampftrinken in Dallas (Texas) lag ein Student im Koma. Er hatte sich an einer Überdosis der bei dem Wettbewerb vorgeschriebenen Flüssigkeit vergiftet - an purem Wasser.
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MICHAEL SCHMIDT-KLINGENBERG