Amtshandlungen: Ein McBafög, bitte - DER SPIEGEL
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Amtshandlungen Ein McBafög, bitte

Wie klappt's denn mit dem Bafög-Amt? Das soll die Online-Umfrage "Studentenbarometer" zeigen. Knapp 5000 Studenten haben bisher mitgemacht. Manche loben ihren freundlichen Sachbearbeiter, andere grollen heftig - ein Zwischenstand der Untersuchung.
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"Schon zweimal ist es passiert", erzählt ein Student. Zweimal habe er während der Sprechzeit des Bafög-Amts an die Tür seiner Sachbearbeiterin geklopft - und entweder nichts oder ein kraftvolles "Nein" als Antwort zu hören bekommen. "Als mir dann die Hutschnur riss, machte ich die Tür einfach mal einen Spalt auf - und was war? Sie plauschte über Tchibo-Angebote und Gott und die Welt", beschwert sich der Bafög-Empfänger.

Der Student hat bei der Online-Umfrage "Studentenbarometer" mitgemacht und auf die Frage "Was sind die Gründe für ihre Unzufriedenheit mit ihrer Bafög-Abteilung?" einen kurzen Klage-Text geschrieben. Was Studenten von der Beratung in ihrem Bafög-Amt halten - genau das will das Marktforschungs-Institut Team Steffenhagen in einer deutschlandweiten Online-Befragung klären. Teilnehmen kann daran jeder, der sich schon einmal in Sachen Bafög erkundigt oder einen Antrag auf Ausbildungsförderung gestellt hat. Die Chancen auf Geld vom Staat stehen bald besser als bisher, denn die Große Koalition hat am Freitag beschlossen, das Bafög im Herbst 2008 um zehn Prozent und die Eltern-Freibeträge um acht Prozent zu erhöhen.

Die Umfrage dauert nur wenige Minuten und läuft noch bis zum 30. November. Knapp 5000 Leute haben bereits mitgemacht. Sie bewerteten die Bafög-Leistungen insgesamt, die Verständlichkeit des Antragsformulars, Bearbeitungsdauer, Freundlichkeit der Mitarbeiter und telefonische Erreichbarkeit. Dabei stehen Schulnoten von eins bis sechs zur Verfügung.

"Das ist ein bürokratisches Monster"

Bei besonders guten oder schlechten Bewertungen wird nach den Gründen für die Notenvergabe gefragt. Am Ende können die Studenten außerdem ihre Erlebnisse und Erfahrungen rund ums Bafög schildern und Verbesserungsvorschläge machen. Sie beschreiben, wie es in ihrem Bafög-Amt zugeht, ob sie kompetent und freundlich informiert oder als lästige Bittsteller abserviert werden, wie sie mit den Formularen klarkommen.

Die Erlebnisse der bisherigen Teilnehmer könnten unterschiedlicher nicht sein. Manche bezeichnen das Bafög-Amt als "bürokratisches Monster", vergleichen es mit McDonalds ("Man hat keine Chance, eine perfekte Bestellung abzugeben"). Einige erzählen, dass die Mitarbeiter "unfreundlich und gestresst" seien "oder "telefonisch praktisch nicht erreichbar".

Ein Student erzählt über seine Sachbearbeiterin: "Sie mustert mich immer abfällig, wenn ich den Raum betrete, dabei ist es ihr Job, für mich da zu sein. Außerdem bin ich gepflegt. Wäre wohl kein guter Schwiegersohn, in ihren Augen." Einer schreibt von "wahnsinnig langen Schlangen vor den Büros", ein anderer fragt: "Welche Öffnungszeiten? Arbeitet da jemand?" Und in einem Beitrag flucht ein Student über die "grandiosen neun Monate vom Erstantrag bis zum ersten Geldeingang".

"Positiver, herzlicher Draht"

Doch es gibt auch eine ganze Reihe von Studenten, die sehr positive Dinge über ihr Bafög-Amt berichten: Sie loben den "positiven, herzlichen Draht" zum Berater, dass "man jederzeit beraten werden kann", dass "alles super geklappt hat, viel unkomplizierter war als vorher erwartet" und "sehr menschlich" zuging. In einem Beitrag heißt es: "Ich habe gerade festgestellt, dass ich bisher nicht allzuviel Zeit im Bafög-Amt verbracht habe. Das ist für mich ein gutes Zeichen. Relativ kurze Wartezeiten bei meinem Berater." Ein anderer notierte: "Scheinbar habe ich mit der Buchstabengruppe meines Nachnamens Glück."

Ob die Mehrheit der Studenten zufrieden oder eher unzufrieden ist, wird sich zeigen. Knapp zwei Wochen lang kann man noch teilnehmen. Die Ergebnisse werden bald darauf bei SPIEGEL ONLINE und bei Studentenbarometer  veröffentlicht. Alle Daten werden vertraulich behandelt. Name und Adresse sollte nennen, wer am Gewinnspiel teilnehmen und einen I-Pod oder eine Bierzapfanlage gewinnen will.

Im letzten Jahr machten 1775 Studenten bei der Umfrage mit. Das Ergebnis: Von vielen der 28 getesteten Bafög-Ämter waren die Studenten nicht gerade begeistert. Dem schlechtesten Bafög-Amt gaben die Teilnehmer die Gesamtnote 5,7. Viel besser schnitt das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau ab - mit der Note 2,38 wurde es zur "Besten Bafög-Abteilung" vor Göttingen und Greifswald.

kat