Spaßsport Splashdiving Wie ich lernte, die Arschbombe zu lieben
Bomben-Typ: Phillip Preiss taucht ein, das macht er schon seit Jahren so
Foto: Sven Wied
Arschbomben-Talente: Je höher, desto spritzt es
Eigentlich ist Philipp Preiss Philiosophiestudent an der Uni Kiel - doch nebenher springt er schon seit Jahren leidenschaftlich gern vom Zehnmeterturm, um seine Arschbomben zu optimieren.
Dieser außergewöhnliche Sport nennt sich Splashdiving und beherbergt Sprungtechniken mit skurrilen Namen wie die "Schmale Katze", den "Open Elvis" und den "Yogi Cannonball". Bei den meisten Splashdiving-Kunstsprüngen wird das Wasser nämlich als Erstes mit dem Hinterteil berührt, da diese Technik den größtmöglichen Spritzeffekt verspricht - und darauf kommt es an beim Splashdiving.
Bevor Preiss sich dem Wassersport verschrieb, betrieb er den brasilianischen Kampftanz Capoeira und machte Breakdance. Beides half ihm, ein guter Arschbomber zu werden. "Wenn du auf dem Boden einen Salto mit Schraube kannst, geht das auch in der Luft", sagt er. Doch die Techniken machen nicht nur Spaß, sondern können auch sinnvoll sein.
Denn Arschbomben sind nicht nur lustig, sondern können im Ernstfall sogar Leben retten. Bei der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) firmiert die Arschbombe unter dem Namen Paketsprung und ist als solcher sogar prüfungsrelevant: Wer nämlich das Deutsche Rettungsschwimmer-Abzeichen in Bronze haben will, muss einen perfekten Paketsprung aus einem Meter Höhe beherrschen. Der Grund: Wenn Rettungsschwimmer in Gewässer unbekannter Tiefe springen (was sie eigentlich nicht sollen), dann nur mit einer risikoarmen Variante. Der Paketsprung ist ein solcher, weil er ein tiefes Eintauchen ins Wasser verhindert und den Retter vor dem Aufkommen auf den Boden bewahrt.
Krabatz!: Himmlisch schöne Arschbomben
Drei Phasen werden beim Splashdiving unterschieden: das Abspringen ("Jump up"), der freie Fall mit Ausrichtung des Körpers ("Move") und das entscheidende Aufkommen auf der Wasseroberfläche ("Splash Down"). Die einzelnen Sprünge sind unterschiedlich anspruchsvoll, eignen sich aber alle für den Sturz vom Zehnmeterturm.
Anders als man erwarten könnte, ist nicht das Gewicht des Springers ausschlaggebend für die Spritzleistung, sondern die korrekte Technik. An Splashdiving-Meisterschaften, die es inzwischen weltweit gibt, nimmt der Student allerdings bisher nicht teil. "Ich mache das nur zum Spaß", sagt er.
Ausgabe 4/2014
Der Überlebende
Die abenteuerliche Geschichte des Studenten Patrick Manyika aus Ruanda