Bafög: Inflation frisst Zugewinn - DER SPIEGEL
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Bafög Inflation frisst Zugewinn

Endlich soll Studenten mehr Bafög erhalten - aber sind zehn Prozent mehr wirklich viel? Kritiker sagen, das studentische Budget werde nicht spürbar entlastet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zehn Prozent mehr klingt nach viel. Entsprechend euphorisch feierten Regierungspolitiker die im November vom Bundestag beschlossene Bafög-Erhöhung zum 1. Oktober 2008. Tatsächlich, darauf weisen Kritiker hin, ist der Aufschlag längst überfällig und reicht nicht aus, um das studentische Budget spürbar zu entlasten. Seit 1991 sind die Preise weit stärker gestiegen als die Bafög-Sätze, die zuletzt vor fünf Jahren erhöht worden waren.

Das Deutsche Studentenwerk bemängelt, dass bei der aktuellen Berechnung die Inflation der Jahre 2007 und 2008, zum Beispiel bei den Heizkosten oder Lebensmitteln, nicht berücksichtigt werde. Abhilfe könne nur eine automatische jährliche Angleichung an die allgemeine Preisentwicklung schaffen.

In vielen Bundesländern werde außerdem der Zugewinn durch die Einführung der Studiengebühren "sofort wieder aufgefressen", kritisiert der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne. Derzeit erhalten rund 500 000 Studenten Bafög.